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Nach Protesten ändert das Amt die Sperr-Pläne

Den ganzen November über wollte das Straßenbauamt die Bundesstraße 110 von der Autobahn bis kurz vor Dargun sperren. Vor allem die baustellengeplagten Gnoiener wollten sich das nicht gefallen lassen. Jetzt gibt es einen Kompromiss.

In zwei Abschnitten wird nun gebaut. In der ersten Novemberhälfte ist der Bereich zwischen der Autobahn und Gnoien an der Reihe und danach erst die Strecke von Gnoien bis zur Kreisgrenze hinter Finkenthal.
Grafik: Heiko Wahle In zwei Abschnitten wird nun gebaut. In der ersten Novemberhälfte ist der Bereich zwischen der Autobahn und Gnoien an der Reihe und danach erst die Strecke von Gnoien bis zur Kreisgrenze hinter Finkenthal.

Was hat sich das Straßenbauamt dabei nur gedacht? Sabine Laatz fährt jeden Tag von Dargun nach Tessin zur Arbeit. Die B 110 verbindet die beiden Städte direkt miteinander. Doch den gesamten November über sollte die Strecke gesperrt werden. Gleich hinter Dargun bis zur Autobahnauffahrt Tessin wollte das Straßenbauamt Stralsund so kurz vor dem Winter noch schnell die Fahrbahn erneuern. Für Sabine Laatz hätte das einen Umweg über verschiedene Landesstraßen bedeutet, der mindestens doppelt so lang ist.

Auch in Gnoien schrillten alle Alarmglocken, als die Pläne für den Straßenbau bekannt wurden. Die Stadt selbst ist zwar diesmal von den Bauarbeiten nicht betroffen. Doch was nützt das, wenn kaum noch jemand hineinkommt in die Stadt. Das wäre die Folge einer Vollsperrung der Bundesstraße von beiden Seiten. „Dabei haben wir doch gerade einen jahrelangen Straßenbau in der Stadt überstanden“, sagt Bürgermeister Lars Schwarz (CDU). „Auch für Schulbusse, für den Rettungsdienst, die Feuerwehr oder Speditionsfirmen muss die Stadt erreichbar bleiben“, fordert Schwarz. Und das habe er auch bei einem Besuch im Straßenbauamt Stralsund deutlich gemacht.

Dezernent schließt vierwöchige Sperrung aus

Offenbar mit Erfolg. Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, werde nun in zwei Abschnitten gebaut. In der ersten Novemberhälfte ist der Bereich zwischen der Autobahn und Gnoien an der Reihe und danach erst die Strecke von Gnoien bis zur Kreisgrenze hinter Finkenthal. Dass – wie zunächst angekündigt – diese gesamte Strecke für vier Wochen dicht gemacht wird, schloss Dezernent Manfred Borowy gegenüber dem Nordkurier aus. Er nannte dafür aber auch noch einen anderen Grund: „Wir wissen erst jetzt, welche Technologie die Baufirma verwenden wird und können deshalb auch erst jetzt exakt den Bauablauf planen.“ Mit den Rettungsdiensten werde es noch extra Abstimmungen geben.

Und dann legt sich der Dezernent noch in einer anderen Frage fest: „Eine Winterbaustelle wird die B 110 nicht werden, das verspreche ich.“ Mit einer speziellen Mischrezeptur könne die neue Fahrbahndecke auch noch bei fünf Grad plus ausgebracht werden. Dass es im November schon mal über mehrere Tage kälter sein könnte, damit rechnen die Straßenbauer offenbar nicht.