Verwahrloste Tiere gerettet:

Nachbarn erhören das jämmerliche Geheul einer Hündin

Einem Malchiner wurden völlig unvermittelt seine geliebten Vierbeiner entrissen. Laut Veterinäramt hat er sie jedoch stark vernachlässigt. Jetzt ermittelt sogar der Staatsanwalt.

Erneut hat in Malchin ein trauriges Hundeschicksal die Behörden zum Eingreifen gezwungen.
Symbolfoto/Bernd Thissen Erneut hat in Malchin ein trauriges Hundeschicksal die Behörden zum Eingreifen gezwungen.

Unzumutbare Verhältnisse. Dieser Ansicht waren Anwohner in der Malchiner Heinrich-Heine-Straße und wendeten sich in ihrer Not an die Wohnungsgesellschaft Malchin (Wogema) – und das wohl nicht zum ersten Mal. Grund war der unsägliche Gestank nach Tierkot und das zum Teil tagelange Geheul eines Hundes. „Im Sommer war es besonders schlimm und das arme Tier kam teilweise tagelang nicht aus der Wohnung, weil der Halter nicht zu Hause war“, sagt ein Nachbar, der seinen Namen nicht nennen möchte.

Der Halter des Hundes will von den Problemen indes erst seit einem halben Jahr wissen. Die Wogema zog nun jedoch die Notbremse und alarmierte das Veterinäramt. Sogar die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Mit Hilfe eines richterlichen Beschlusses verschaffte sich Amtstierärztin Anne-Kathrin Lohrenz zusammen mit der Wogema jetzt Zutritt zur Wohnung des Hundebesitzers.

Halter ist sich keiner Schuld bewusst

Und tatsächlich: Entdeckt wurde nach Angaben des Neubrandenburger Veterinäramts eine stark verwahrloste Hündin, die umgehend mitgenommen werden musste. Der Rotweiler-Mix war schon nicht mehr in der Lage, selbstständig zu laufen. Auch die Wohnung soll total verdreckt gewesen sein. „Derzeit befindet sich die Hündin unter Beobachtung und muss demnächst sogar operiert werden“, sagt Guntram Wagner, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamts. Auch eine Katze nahmen die Behördenvertreter mit.

Gegen den 32-jährigen Besitzer ermittelt nun sogar die Staatsanwaltschaft. Laut Veterinäramt wird zunächst ein Gutachten über den Zustand der Hündin erstellt, das dann an die Ermittlungsbehörden weitergegeben wird. Der Halter des Hundes ist sich indes keiner Schuld bewusst, beschwert sich gar über das Vorgehen. „Alle hatten meine Nummer und keiner hat sich gemeldet“, sagt der Malchiner. Er gesteht jedoch ein, dass es aufgrund des hohen Alters und einer Gebärmutterhalsentzündung der Hündin zu einiger Verschmutzung durch Harn und Kot gekommen sein könnte. Der Amtsleiter sieht den Fall kritischer: „Der Hund war in einem desolaten Zustand, sodass wir uns um den Fall kümmern mussten.“

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