Landkreis Rostock greift durch:

Nachbarschaftsstreit: 19 Hunde sind zu viel

So viele Hunde müssen nicht sein. Der Landkreis Rostock greift in den heftigen Nachbarschaftsstreit in Kleverhof ein. Er ordnet an, die Anzahl der Hunde auf einem Züchtergrundstück zu reduzieren. Doch was wird aus den Pferden?

Ein Schäferhundwelpe aus der Zucht
Ein Schäferhundwelpe aus der Zucht

Der Landkreis Rostock hat gesprochen! Genauer gesagt, er hat bestimmt. Der Hundebestand auf dem Grundstück der Familie Voss (*) in Kleverhof bei Altkalen muss stark reduziert werden, teilt Landrat Sebastian Constien (SPD) mit. Die Hundepopulation auf dem recht kleinen Grundstück der Züchter sei zu groß. „Bei der letzten Kontrolle des Veterinäramtes wurden 16 ausgewachsene Hunde und drei Welpen gezählt“, sagt Constien. Das sei bei vorangegangenen Kontrollen noch nicht der Fall gewesen. Nun waren es 19 Hunde. „Da sind wir verpflichtet einzuschreiten.“ Maximal sechs ausgewachsene Hunde dürften nun auf dem Grundstück gehalten werden.

Das dürfte im Sinne von mehreren Familien sein, die sich bereits mit Beschwerden an die Gemeinde, das Amt Gnoien und an den Landkreis gewandt hatten. Mehrere Nachbarn fühlten sich von den Hunden belästigt. Vor allem durch das Bellen der Tiere, die lautstark ihr Grundstück verteidigen wollten. Immer wieder gab es wegen der Hunde Streit zwischen den Nachbarn.

Pferde zur Schlachtung empfohlen

„Bei der Kontrolle des Veterinäramtes waren auch zwei Pferde anwesend“, sagt Constien weiter. Hier empfahl der Landkreis, die Tiere aus Altersgründen abzugeben. Die könnten möglicherweise an einem anderen Ort untergebracht oder auch zur Schlachtung gegeben werden. Dies habe man mit Robert Voss (*) so besprochen. Er habe zugestimmt. Von Schafen, Ziegen und Ponys – die bis vor wenigen Wochen auf dem Grundstück gelebt haben sollen – berichtet der Landrat nichts. 

Sebastian Constien tritt den Vermutungen entgegen, dass die Hunde und vor allem Pferde nicht richtig gefüttert worden sind. Solches hatten nämlich die Nachbarn geäußert. Sie sahen, wie Pferde ihren Kot essen und an der Rinde eines Baumes nagten. Für die Hunde sei ausreichend Futter da, so der Landrat. „Auch die Pferde sollen nicht wegen schlechter Haltung abgeschafft werden“, betont er. Den Tierhaltern bescheinigt er ausdrücklich edle Gründe, die zu der starken Population geführt haben. „Sie nehmen auch Hunde auf“, erläutert er. Die Hunde hätten aber alle Papiere und Impfausweise.

Die angefressene hohle Blutbuche auf dem Grundstück kann laut Sebastian Constien aber stehen bleiben. Die Nachbarn hatten befürchtet, dass sie durch die Schäden und durch den von Pferden festgetrampelten Boden nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgt wird und bald umkippen wird. Möglicherweise genau auf ihre Häuser. Doch eine Zwangsfällung sei vom Tisch. „Ein Gutachter eines Forstservice hat eingeschätzt, dass der Baum genügend Standsicherheit hat“, sagt der Landrat, der sich in der vergangenen Woche persönlich in die Schlichtung zwischen den Streitparteien eingeschaltet hatte.

Robert Voss (*) und seine Frau sind 2012 in das Dorf gezogen. Sie bilden Therapie-Hunde aus und züchten ostdeutsche Schäferhunde. Auch die Gemeinde hat Sorgen mit der Familie. Weil der Grundstückszaun zu weit auf den Dorfplatz gestellt worden ist.

(*) Name geändert

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