Risse in Putz und Wänden:

Neue Straße lässt Häuser erzittern

Die B 108 in der so genannten „Grotten-Kurve“ am Stadtausgang von Teterow erhielt eine neue Asphaltdecke. Seitdem bekommen ihre Häuser Risse, sagen Anwohner. Mit der Reaktion des Straßenbauamts sind sie alles andere als zufrieden.

Dem Schwerlastverkehr auf Teterows Rostocker Straße können etliche Häuser scheinbar nicht mehr widerstehen. Seit hier der Belag erneuert wurde, beklagen Anwohner zunehmende Schäden an den Gebäuden.
Eberhard Rogmann Dem Schwerlastverkehr auf Teterows Rostocker Straße können etliche Häuser scheinbar nicht mehr widerstehen. Seit hier der Belag erneuert wurde, beklagen Anwohner zunehmende Schäden an den Gebäuden.

Wenn Lore Zillmann auf den Giebel ihres Hauses in der Rostocker Straße von Teterow blickt, wird ihr angst und bange. In der Höhe hat sie zu Jahresanfang einen Riss im Putz ausgemacht, der merklich größer wird. Es ist längst nicht der einzige. Etliche weitere feine Risse ziehen sich über die Fassade. Im Hausflur sind mehrere großformatige Fliesen gerissen.

Die Ursache ist für die Hausbesitzerin klar: der Schwerlastverkehr auf der Straße. Der rollte hier allerdings schon viele Jahre, ohne dass es sichtbare Schäden gab. „Im letzten Herbst wurde hier der Asphalt erneuert. Dabei kam ein neues Verfahren zu Anwendung, denn das Material ist großporiger als gewöhnlich. Offenbar ist die Verarbeitung mangelhaft erfolgt. Jedenfalls spüren wir seitdem starke Vibrationen im Haus und die Risse sind die Folge“, schildert Lore Zillmann. Betroffen sind in ähnlicher Weise die Nachbarhäuser. In der Nummer 132 allerdings scheinen die Auswirkungen am gravierendsten.

Zwischen 2 und 5 Uhr vibriert das ganze Haus

In ihrer Sorge hatte sich die Teterowerin an das zuständige Straßenbauamt gewandt. Die Behörde nahm das Problem zwar ernst und veranlasste eine Überprüfung vor Ort. Das Resultat ist für Lore Zillmann jedoch niederschmetternd. In Auswertung einer vorgenommenen Ebenheitsmessung bestehe keine Notwendigkeit einer Nacharbeit, heißt es kurz und bündig. Lore Zillmann ist geschockt. „Soll ich jetzt abwarten, bis der Putz von den Wänden bröckelt? Dreieinhalb Meter von der Hauswand donnern die Laster vorbei.“ Ganz schlimm sei es nachts zwischen 2 und 5 Uhr. Da vibriere das ganze Haus. „Zu der Zeit hält sich hier auch kein Fahrzeug an die vorgeschriebenen 30 km/h. Die Laster kommen richtig mit Schwung aus der Kurve und geben Gas“, schildert sie.

Die vom Straßenbauamt als Beleg angeführten Messungen bezweifelt sie. Der Wagen der Prüfer habe viel weiter unten auf dem Rondell am Abzweig der Güstrower Straße gestanden. Morgens um 9 Uhr, wenn das Gros der Schwerlaster durch ist. „Da kann man gar kein realistisches Bild bekommen“, ist ihre Überzeugung. Über ihr weiteres Vorgehen ist sie sich aber noch nicht im Klaren. Abfinden, das steht außer Zweifel, könne sie sich mit den Verhältnissen nicht.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung