Jetzt wird's ernst:

Neukalen checkt die Steuersünder-Liste

Ein Hundefreund hat jetzt nicht nur seine Steuern für vier Jahre nachgezahlt, er hat der Stadt auch gleich noch Tipps gegeben, wo noch mehr Geld zu holen ist. Der Stadtbauhof der Peenestadt will nun schon in den nächsten Tagen auf Hundestreife gehen.

Wer einen Hund hat, muss auch zahlen: Eine ganze Liste mit weiteren Steuersündern hat ein Hundehalter nun vorgelegt. Das könnte klingeln in der Stadtkasse.
Daniel Naupold Wer einen Hund hat, muss auch zahlen: Eine ganze Liste mit weiteren Steuersündern hat ein Hundehalter nun vorgelegt. Das könnte klingeln in der Stadtkasse.

Den Mann muss wirklich das Gewissen geplagt haben: Ein älterer Neukalener hat sich jetzt im Amt Malchin gemeldet und gleich für die letzten vier Jahre seine Hundesteuer nachgezahlt. Damit hat sich die Zahl der Neukalener, die noch schnell ihren Bello angemeldet haben, um einer Strafe zu entgehen, auf etwa 60 erhöht. Die Peenestadt hatte mehrfach angekündigt, den Steuersündern jetzt ans Portemonnaie zu gehen.

Was den Fall des älteren Herren für die Stadtväter aber besonders interessant macht: Der Mann soll gleich noch eine Liste übergeben haben – darauf die Namen von Hundehaltern, die sich bisher um die Steuer gedrückt haben sollen. „Er hat uns verschiedene Stellen genannt, wo wir wirklich mal kontrollieren sollten“, bestätigt Neukalens Bürgermeister Willi Voß (CDU).

Seine Gnadenfrist ist inzwischen abgelaufen: Wer für Pfiffi immer noch keine Hundemarke hat und jetzt erwischt wird, ist dran. 50 Euro Bußgeld plus die Steuer für dieses Jahr – das sind in Neukalen für den ersten Hund 30 Euro – werden dann fällig.

Auch andere Städte schauen genau hin

Noch vor Weihnachten will der Stadtbauhof einen ersten Kontrollgang durch die Stadt, aber auch durch die Neukalener Ortsteile machen. Dabei sollen dann vor allem jene Stellen berücksichtigt werden, die sich auf der Sünderliste finden. Bürgermeister Voß ist sich sicher, dass noch eine ganze Reihe von Hunden in seiner Stadt Steuersünder sind. Wobei die Verantwortung dafür natürlich stets am anderen Ende der Hundeleine zu suchen ist. „Es geht auch darum, dass jeder Hund wirklich auch eine Marke trägt. Dann weiß man, wo der hingehört, wenn er denn mal wegläuft“, sagt Voß.

Wie hartnäckig Neukalen jetzt die Hunde-Abgabe eintreibt, das wird auch schon in mancher Nachbar-Kommune mit großem Interesse verfolgt. Als nächstes wird sich wohl die Stadt Gnoien mit einem Steuer-Appell an die Hundehalter richten.