Zwist um Eichenallee:

Nun doch eine Straße zwischen Poggelow und Schlackendorf

Eine Klage von Naturschützern verzögert den Wegebau über 15 Jahre. Jetzt werden die Bauarbeiten wieder aufgenommen.

Pflegearbeiten an der Eichenallee: Lothar Tautorat sammelt das Astwerk ein und schreddert das Holz an Ort und Stelle.
Eberhard Rogmann Pflegearbeiten an der Eichenallee: Lothar Tautorat sammelt das Astwerk ein und schreddert das Holz an Ort und Stelle.

 „Diese Allee ist schon etwas Besonderes. Davon haben wir im Land nicht viel Vergleichbares.“ René Patzewitz muss es wissen. Er arbeitet bei der Firma Bühner aus Laage in der Baumpflege. In seinem Job kommt er rum im Lande. Derzeit ist er mit seinen Kollegen Maik Plünsch und Lothar Tautorat bei Schlackendorf am Werk. Hier verläuft eine alte Eichenallee, die von Schrödershof nach Poggelow führt. Andert halb Jahrzehnte ist es her, da entzündete sich um diese Bäume eine heftige Kontroverse. Auslöser war die Ankündigung der Gemeinde Jördenstorf, dass der bislang unbefestigte Weg eine feste Fahrbahn erhalten sollte. Die Zeichen standen günstig, denn finanziert werden konnte die Baumaßnahme mit einer hohen Förderung im Zuge eines laufenden Bodenordnungsverfahrens.

Etliche Dorfbewohner aus Schrödershof schlugen indes Alarm.Eine Versiegelung würde unweigerlich zu einer Schädigung des wertvollen Baumbestandes führen, argumentierten sie. Ihnen zur Seite stellte sich alsbald der Bund für Umwelt und Natur Deutschland (BUND). Mit öffentlichen Protesten kam die Gemeinde so stark unter Druck, dass sie von dem Bauvorhaben zunächst Abstand nahm. Es folgte eine Verbandsklage des BUND vor Gericht. Zwar wurde der Weg dann im ersten Abschnitt von Schrödershof bis Schlackendorf asphaltiert, doch wie mit dem Rest zu verfahren sei, darum stritt man erbittert. Nunmehr ist eine Einigung erzielt. Hier können Betonspurplatten verlegt werden.

Allerdings unter strengen Auflagen. Dazu gehört, dass die 184 Eichen einer Pflege unterzogen werden. Wenn die Pflegearbeiten abgeschlossen sind, wird die Baufirma zunächst den Bäumen einen speziellen Schutz anlegen, ehe sie daran geht, den Boden aufzunehmen. Festgelegt ist ferner, dass in jedem Fall eine Beschädigung der Wurzeln zu vermeiden ist. Deshalb werden an gefährdeten Stellen so genannte Wurzelbrücken geschaffen. Jördenstorfs Bürgermeisterin Hannelore Langhof zeigt sich erleichtert, dass dieses Bauvorhaben nach der jahrzehntelangen Verzögerung nun in absehbarer Zeit endlich zum Abschluss kommt. Die Baukosten belaufen sich auf knapp 300 000 Euro.

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