Ostereier-Trudeln im Stavenhagener Schlosspark:

Nur wer trifft, gewinnt das Goldene Ei

Ein brandenburgischer Brauch hat Einzug in Mecklenburg gehalten. Nun trudeln jedes Jahr die Stavenhagener ihre Ostereier den Schlossberg herunter und versuchen, ein kleines Tor zu treffen.

Na, landet das Ei im Tor? Für Kinder ist das Trudeln immer ein besonderer Spaß. Wer nicht mitmachen wollte, schaute einfach nur zu.
Kirsten Gehrke Na, landet das Ei im Tor? Für Kinder ist das Trudeln immer ein besonderer Spaß. Wer nicht mitmachen wollte, schaute einfach nur zu.

Manchmal können Osterspaziergänge durchaus kreativ sein. Als Bertram Müller vor etwa 15 Jahren mit Freunden in Stavenhagen unterwegs war, da fiel ihm ein, was er mal als Kind erlebte. Sein Vater stammte aus dem brandenburgischen Rathenow. Und da hat man zu Ostern Eier den Berg herunter rollen lassen. Das geht doch auch hier, dachte er sich. So brachte er den Brauch des Ostereiertrudelns nach Mecklenburg.

„Anfangs waren wir zehn bis fünfzehn Mann“, erinnert sich der 42-Jährige. „Wir haben dann einfach weitergemacht.“ Stück für Stück haben sie das Trudeln ausgebaut. Inzwischen läuft der Spaß-Wettbewerb über den Stavenhagener Sportverein von 1863. Die Handballer kümmern sich um die Organisation. Immer mehr Schaulustige kommen in den Schlossgarten.

Eigentlich wohnt Bertram Müller schon seit 25 Jahren in Wedel bei Bremen. Aber Ostern will er immer zu Hause sein. In Stavenhagen ist er aufgewachsen. Wenn er zum Fest kommt, triff er viele Leute, die er lange nicht gesehen hat. Das Trudeln im Park zieht wie ein Magnet. Auch dieses Mal wieder. Bevor die Eier den Berg herunterrollen und im Tor landen sollen, sagt Bertram Müller Goethes „Osterspaziergang“ auf. Ein feierliches Ritual. Dann dürfen die Kinder ihr Glück versuchen, das kleine Tor mit ihren Eiern zu treffen. Bei den Erwachsenen wird es schwieriger, da steht das Tor weiter weg und wandert von Runde zu Runde weiter nach unten.

Nico Tillmann ist extra aus Groß Grenz, Nähe Rostock, zurück gekommen, um wieder in Stavenhagen dabei zu sein. Deshalb hat der 31-Jährige seinen Ableger des Trudelns in seinem Dorf schon einen Tag vorher am Osterfeuer veranstaltet. Jetzt kennt man auch weiter westlich diesen brandenburgischen Brauch.

Die Ladys treffen nicht mehr

Matthias Wasmund ist dagegen schon in der ersten Runde rausgeflogen. Gute Laune hat der 34-Jährige trotzdem. „Das ist immer eine lustige Angelegenheit, es macht Spaß“, meint der Stavenhagener. Er war einer der ersten, der beim Trudeln dabei war. „Ich habe das mit aufgebaut, anfangs waren wir ein kleiner Kreis.“ Jetzt kommt er jedes Jahr wieder. Auch bei Bertram Müller klappt es nicht optimal. Zwar schafft er die zweite Runde, aber dann ist auch für ihn Schluss. 40 Männer und Frauen wagen sich in den Wettbewerb unter den Augen von etwa 250 bis 300 Schaulustiger. Elf von ihnen fallen gleich in der ersten Runde heraus, weil sie keinen Treffer verbucht haben.

Von den 29 verbliebenen Startern bleiben für Runde drei noch fünf übrig. Schließlich sind es im Finale nur noch drei: Jaqueline Blanck und Silvio Nows aus Pribbenow sowie Yvonne Koczian aus Stavenhagen. Die Ladys treffen dann nicht mehr. Das „Goldene Ei“ holt sich Silvio Nows. Der 37-Jährige hat den Wanderpokal zum ersten Mal gewonnen. „Aber er kommt wieder nach Hause“, freut er sich. Denn Freundin Sandra Jancke (27) hat vor Jahren beim Trudeln auch schon mal gesiegt. „Das ist eine super Sache“, findet der Champion. Deshalb sei er jedes Jahr beim Trudeln dabei. „Von Jahr zu Jahr werden es mehr.“ Na, dann, bis zum nächsten Jahr.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung