Tatverdächtiger gefasst:

Orgel-Dieb fliegt bei Schrotthändler auf

Nach einem außergewöhnlichen Diebstahl aus einer Dorfkirche bei Güstrow hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst. Er hatte offenbar gehofft, 190 Orgelpfeifen zu Geld machen zu können, ohne Misstrauen zu erregen. Jetzt drohen ihm bis zu zehn Jahre Knast.

Hier war die um 1860 erbaute Schlieffenberger Orgel noch ganz. Sie zu reparieren, dürfte das Hundertfache des Schrottwerts der gestohlenen Pfeifen kosten.
Wiechert Hier war die um 1860 erbaute Schlieffenberger Orgel noch ganz. Sie zu reparieren, dürfte das Hundertfache des Schrottwerts der gestohlenen Pfeifen kosten.

Rund drei Wochen nach dem Diebstahl von 190 Orgelpfeifen aus der Kirche in Schlieffenberg bei Güstrow, hat die Polizei jetzt einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Rostock geschnappt. Der junge Mann wollte das Diebesgut bei einem Rostocker Schrotthändler zu Geld machen, so der Güstrower Polizeisprecher Gert Frahm. Doch der Geschäftsmann hatte von dem Kircheneinbruch gehört. Als der Schrotthändler dem Mann seinen Verdacht offenbarte, habe dieser sofort die Flucht ergriffen.

Videoaufnahmen und sein Autokennzeichen aber entlarvten ihn. Und siehe da – an seinem Wohnort, den die Polizei noch nicht näher verraten wollte, fand man denn noch weitere Orgelteile. Dass sie zur Schlieffenberger Kirche gehören, erkannte die Polizei anhand von Bildern. Ob der Gefasste von Schlieffenberg auch der Orgeldieb oder „nur“ der Hehler war, weiß man noch nicht. Fraglich ist auch noch, ob er allein gehandelt hat oder Hilfe hatte. In jedem Fall aber droht ihm eine hohe Strafe: bis zu 5 Jahre Haft beziehungsweise eine satte Geldstrafe bei Hehlerei oder aber drei bis zehn Jahre Knast bei Diebstahl in einem besonderen Fall.

Und als ein solcher gilt der Pfeifen-Klau: Zwar hätten die zerschnittenen Orgelpfeifen aus Blei und Zink verschrottet nur 300 Euro eingebracht. Doch um die Orgel zu reparieren, müsste man noch zwei Nullen anhängen. Immerhin müssen die Pfeifen neu hergestellt und das Instrument wieder gestimmt werden. Besonders ärgerlich ist, dass es jüngst für 51.000 Euro unter anderem aus Spenden teilrestauriert wurde.

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung