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Parteien immer noch ohne Kandidaten

Einen Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters kennen die Teterower nicht. Seit 1990 hat Reinhard Dettmann (parteilos) dieses Spitzenamt unangefochten inne. Gegenkandidaten gab es bei den Direktwahlen nie. Das hat offenbar Spuren für seine Nachfolge hinterlassen.

Im Teterower Rathaus lenkt Bürgermeister Reinhard  Dettmann seit 27 Jahren unangefochten die Geschicke der Stadt. Einen Nachfolger zu küren, stellt die Parteien offenbar vor erhebliche Probleme.
Eberhard Rogmann Im Teterower Rathaus lenkt Bürgermeister Reinhard Dettmann seit 27 Jahren unangefochten die Geschicke der Stadt. Einen Nachfolger zu küren, stellt die Parteien offenbar vor erhebliche Probleme.

Das Interesse an der Nachfolge von Bürgermeister Reinhard Dettmann scheint unter Teterowern erstaunlich gering ausgeprägt zu sein. Die in der Stadtvertretung vertretenen Parteien jedenfalls sind gut ein halbes Jahr vor der anstehenden Wahl noch auf Tauchstation. Dabei obliegt es ihnen traditionsgemäß wie von der Rechtsordnung her zuerst, Kandidaten für das höchste politische Amt der Kommune aufzustellen. Doch das Taktieren und ihr Spiel auf Zeit legen die Vermutung nahe, dass die Personaldecke hier wie dort äußerst dünn ist.

Theodor Potthoff, Vorstandsmitglied im CDU-Verband Mecklenburg Mitte, räumt das offen ein. Die Christdemokraten hatten ihre Hoffnungen auf Matthias Hantel gesetzt. Der Fraktionsvorsitzende in der Stadtvertretung ist politisch erfahren und als Kreistagsmitglied sowie Vorsitzender des Bauernverbandes Güstrow bestens vernetzt. Dazu kam der Umstand, dass Hantel bei der Kommunalwahl 2014 mit 912 Stimmen das beste Ergebnis unter allen Stadtvertretern eingefahren hatte. Seine Absage an eine Kandidatur hat die CDU hart getroffen.

Ein ähnlicher Schicksalsschlag hatte die Linken schon kurz nach der Wahl getroffen. Ihr Zugpferd war Andreas Lange. Mit 776 Stimmer war er 2014 auf das zweitbeste Votum nach Hantel gekommen. Völlig überraschend hatte er zwei Wochen nach der Wahl sein Mandat niedergelegte und seine Aktivitäten in der Partei beendet. Seinem Nachfolger als Fraktionsvorsitzender der Linken, Herwart Müller, bleibt heute nur das Eingeständnis, dass aus ihren Reihen niemand für eine Bürgermeisterkandidatur zur Verfügung stehe.

Voll in der Deckung verharrt bislang ebenfalls die SPD. Ihr Fraktionsvorsitzender, Jürgen Paries, hatte vor der Sommerpause allerdings auf die verrinnende Zeit aufmerksam gemacht und dafür plädiert, die Stadtvertretung möge in ihrer Septembersitzung den Wahltermin festlegen. Nach Paries‘ Dafürhalten möglichst gleich zu Jahresbeginn 2018. Zu eigenen Ambitionen einer Kandidatur hält sich der Sozialdemokrat bedeckt.

Zwei Sitze in der Stadtvertretung besetzt die Unabhängige Teterower Fraktion (UTF). Sie hat sich zu Ambitionen einer Kandidatur bisher nicht geäußert.