Getrübte Badefreude:

Pavillon am Naturbad war zu oft dicht

Die erste Saison ist gelaufen, im Naturbad am Teterower See. Aber Sommer-Stimmung wollte nicht immer aufkommen. Vor allem beklagen Teterower die verschlossenen Türen – auch bei gutem Wetter.

Offiziell ist die Saison an der Teterower Badestelle zu Ende. Offen zugänglich bleibt sie zwar, nur der Pavillon ist geschlossen.
Simone Pagenkopf Offiziell ist die Saison an der Teterower Badestelle zu Ende. Offen zugänglich bleibt sie zwar, nur der Pavillon ist geschlossen.

„Witterungsbedingt geschlossen! Wir bitten um Ihr Verständnis!“, prangt dieses Schild an der Eingangstür des Gasthauses „Zum Bootsmann“. Dabei herrscht strahlender Sonnenschein und Temperaturen, die einen sogar die Jacke noch mal an den Haken hängen lassen. Eine Frau schüttelt nur den Kopf. Da ist sie nicht die Einzige. Offiziell ist jetzt zwar im Naturbad und damit auch für die kleine Gaststätte Saisonschluss. Das Schild haben die Teterower den vergangenen Sommer über allerdings sehr oft gesehen. Manche ärgern sich richtig, andere verstehen es nur einfach nicht.

Schließlich war die Badestelle erst im Frühjahr mit großem Fest eröffnet worden. Die Stadt hatte Fördergeld bekommen und sich die Neugestaltung samt Pavillon und Sanitärtrakt einiges kosten lassen. Die EVA Veranstaltungs- und Event GmbH übernahm die Betreibung des Pavillons. Das Unternehmen blickt auf eine durchwachsene Saison. „Wenn Badewetter war, dann wurde das Naturbad gut angenommen. Wenn nicht, dann war es hier auch tot“, sagt Geschäftsführerin Sabine Rietenbach. „Wir haben dann von Tag zu Tag entschieden, ob wir öffnen oder nicht.“ Dafür macht sie wirtschaftliche Gründe geltend.

Der Bootsmann braucht Atem

Der „Bootsmann“ sei noch nicht wie eine Gaststätte wahrgenommen worden. „Kommen nur zwei, drei Leute eine Tasse Kaffee trinken, ist das wirtschaftlich nicht mehr machbar, wenn wir acht Stunden jemanden stehen haben, den wir bezahlen müssen.“ Allerdings will sie nach einer Saison nicht auf die Zukunft schließen. „Das kann man nicht, man muss auch Atem haben.“ Verabredet war, dass es nach der Saison eine Auswertung mit der Stadtverwaltung geben wird, um festzulegen, wo sich noch nachsteuern lässt. „Dem will ich nicht vorgreifen“, sagt Rietenbach.

Im Fachausschuss für Kultur, Schule und Sport wurde indes schon ein Punkt angesprochen: Der Eintritt fürs Naturbad. Der ist nämlich von Mai bis September im Pavillon zu bezahlen, was nur geht, wenn der auch geöffnet ist. Bis Ende Juli wurden 3000 Euro eingenommen, die Endabrechnung liegt noch nicht vor. Die Badegäste seien bereit, Eintritt zu bezahlen. „Das System müssen wir uns aber noch einmal angucken. So haut das nicht hin“, meint Wolfgang Blanck, Vorsitzender des Fachausschusses.