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Perower nehmen den Kampf gegen Raser auf

Schurgerade zieht sich die B 108 durch Perow. Das verführt zum Geschwindigkeitsrausch. Die Polizei gibt den Dorfbewohnern recht. Nun wollen sie eine 70er-Zone für den ganzen Ort. Der Landkreis lässt sich allerdings eine Menge Zeit.

Anstoß nehmen die Perower an der zeitlichen Begrenzung der 70er Zone sowie deren Fixierung auf die Bushaltestelle.
Eberhard Rogmann Anstoß nehmen die Perower an der zeitlichen Begrenzung der 70er Zone sowie deren Fixierung auf die Bushaltestelle.

Beamte des Polizeireviers Teterow haben bei einer Geschwindigkeitskontrolle innerhalb Perows in nur einer Stunde neun Überschreitungen geahndet. Ein Autofahrer war hier statt der vorgeschriebenen 70 km/h mit fast 100 durch den Ort gebrettert.

Mit dieser Kontrollaktion sehen sich die Perower in ihrem Widerspruch gegen eine Entscheidung der Verkehrsbehörde bestätigt. Diese hatte zwar einem Anliegen der Dorfbewohner entsprochen und Anfang Juli eine Geschwindigkeitsbeschränkung verfügt. Allerdings nur auf einem kurzen Abschnitt um die örtliche Bushaltestelle. Dagegen erhoben die Perower Protest und bestehen darauf, die 70er-Zone auf den gesamten Ort auszuweiten. Zusätzlich wäre aus ihrer Sicht ein striktes Überholverbot auszuschildern.

„Wir haben auf der Straße zwar eine durchgezogene Sperrlinie. Aber die wird von vielen Autofahrern schlicht ignoriert“, berichtet Norbert Zentner. Das habe äußerst gefährliche Situationen zur Folge. Es sei ein Wunder, dass größere Unfälle bisher ausblieben, gibt Uwe Oegel zu bedenken. „Das gilt besonders für Linksabbieger in ihre Grundstückeinfahrt. Da bleiben die ersten drei, vier Fahrzeuge ganz korrekt hinter einem. Und dann schert ganz hinten jemand aus, der ja nur die lange Gerade frei vor sich überblickt, und schießt an der Kolonne vorbei. Von solchen Schrecksekunden kann fast jeder hier im Dorf berichten.“

Diese brisanten Momente finden in den Amtsstuben der Verkehrsbehörden allerdings nur geringen Nachhall. Denn auf ihren Widerspruch zur Entscheidung des Landkreises gab es bisher keine Reaktion. Zentner: „Wir haben Mitte Mai an den Landkreis geschrieben,  Mitte Juni wurde der Protest an die obere Verkehrsbehörde in Rostock weitergeleitet. Seitdem ist Ruhe im Schiff. Auf meine Nachfrage wurde mir zweierlei mitgeteilt. Zum einen, dass der Widerspruch kostenpflichtig ist, zum anderen, dass der Fall noch in Arbeit sei.“