Kampf um den Westlohn:

Pfanni droht der nächste Warnstreik

Dass die Werker frühestens 39 Jahre nach der Wende den gleichen Lohn wie Beschäftigte im Westen bekommen sollen, das ist für den Betriebsratschef Thomas Mierck ein Unding. Deswegen kann sich das Unternehmen wohl auch auf eine Sache einstellen.

Es ist noch gar nicht so lange her, als die Mitarbeiter des Kartoffelveredelungswerkes in Stavenhagen für mehr Lohn vor die Tore gingen und streikten.
Eckhard Kruse Es ist noch gar nicht so lange her, als die Mitarbeiter des Kartoffelveredelungswerkes in Stavenhagen für mehr Lohn vor die Tore gingen und streikten.

Der erste Warnstreik bei Pfanni wird nicht der letzte gewesen sein. Davon geht der Betriebsratsvorsitzende Thomas Mierck aus. Denn die zweite Runde der Tarifverhandlungen am Montag sei für die Arbeitnehmerseite und die Gewerkschaft „Nahrung, Genuss, Gaststätten“ (NGG) ernüchternd gewesen. „Die Arbeitgeberseite hat kein Angebot zur Angleichung an den Westlohn gemacht“, sagte Mierck.

Gerade das hatten aber Gewerkschaft, Betriebsrat und auch die rund 90 Pfanni-Werker gefordert, die Ende April für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt hatten. Man wollte ein Datum haben, bis wann die Beschäftigten von Pfanni, aber auch von Nestlé, Dr. Oetker, Carl Kühne KG und Emsland Stärke in der Obst- und Gemüseindustrie den selben Lohn bekommen  wie die Kollegen in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Von Seiten des Arbeitgeberverbandes habe es am Montag aber ein Angebot gegeben. Vor der Lohnerhöhung um 2,4 Prozent solle es 23 Euro mehr Lohn geben, schilderte Thomas Mierck. Im nächsten Jahr sollten noch einmal 32 Euro mehr gezahlt werden. Dazu hätte es eine Lohnerhöhung von 2,2 Prozent geben. Von einer stufenweisen Anhebung auf das Westniveau sei dabei aber keine Rede gewesen.

Nach zehn Stunden habe man die Verhandlungenergebnislos abgebrochen. Ein neuer Termin wurde für den 17. Juni angesetzt. „Aber bis dahin wollen wir nicht warten“, sagte Mierck. Noch im Mai oder auch im Juni werde es erneut einen Warnstreik geben. „Der wird dann mit Sicherheit auch länger gehen“, betonte er.

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