Bau-Problem:

Pfusch am Trinkwasser-Speicher

Bröseliger Beton, stehendes Wasser: Beim Bau eines Stavenhagener Trinkwasserspeichers ist damals einiges schief gegangen. Weil das alles erst jetzt in vollem Ausmaß sichtbar wird, dauert's mit der Sanierung noch eine Weile.

Die Männer der Dachdeckerei Wehr sorgten erstmals für ein Dachgefälle und bringen neue Bitumenbahnen auf.
Eckhard Kruse Die Männer der Dachdeckerei Wehr sorgten erstmals für ein Dachgefälle und bringen neue Bitumenbahnen auf.

So viele Keime wie im vergangenen Jahr soll es nicht noch mal im Stavenhagener Trinkwasser geben. Das ist für Peter Dammann vom Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen klar. Mit der Sanierung des größten Trinkwasserspeichers der Stadt an der Treptower Straße sind die Belüftungslöcher und die feinmaschige Gaze am Betonkörper ganz verschlossen worden. So können die Mücken nicht mehr in den Speicher gelangen und dort Enterokokken-Bakterien hinterlassen. Durch das Überschreiten der zulässigen Grenzwerte im Jahr 2012 musste das Trinkwasser an vielen Orten, unter anderem in Stavenhagen, für mehrere Monate gechlort werden (der Nordkurier berichtete).

Seit September läuft nun die Sanierung, um den Rundbau auf Vordermann zu bringen. Gefilterte Luft wird zukünftig über ein Rohr von oben in den Wasserspeicher eingeleitet, erläuterte Dammann. Mücken sollen damit keine Chance mehr haben. Doch das ist nur der kleinste Teil des Umbaus, der insgesamt rund 360 000 Euro verschlingen wird. Vor allem der Beton im Inneren und das Dach machten den Bauleuten zu schaffen. „Es gab damals viel Pfusch am Bau“, sagte Dammann. Deswegen sei die Bausubstanz zum Teil erheblich schlechter als angenommen.

So kamen viele Zusatzarbeiten auf den Wasserversorger zu: „Wir mussten die Betonsohle aufwändig untersuchen lassen.“ Das Innere sei abgestrahlt und mit Betonmörtel beschichtet worden. Alte Fugen wurden entfernt und neu verfüllt. Den elastischen Endanstrich wird es erst 2014 geben – wenn die Außentemperaturen es zulassen. Beim Dach gab es in der Vergangenheit gar keinen Gefälle-Estrich, betonte Dammann. Dadurch habe immer das Regenwasser auf dem Dach gestanden. Dachdecker beseitigten jetzt diesen Mangel und trugen eine neue Isolierung und neue Bitumenbahnen auf.

Diese Mehrarbeiten sind nicht ohne Zeitverzug zu schaffen. 

Das bedeutet für Dammann, dass die Arbeiten in diesem Jahr nicht mehr wie geplant fertig werden können. Trotzdem soll der Speicher zu Weihnachten wieder ans Trinkwassernetz gehen.