Umstrittene Spendenaktion:

Pleiten, Pech, Peenebad - und was jetzt?

Einfach mal Geld überweisen für warmes Badewasser im Peenebad – das geht auf keinen Fall, hatte das Finanzamt jetzt klargestellt. Den Spendern bietet Malchins Bürgermeister aber Sponsoring-Verträge an. Doch nicht jeder ist begeistert davon.

Was die Badewasser-Temperatur angeht, will das Peenebad in Malchin endlich nicht mehr dem Stavenhagener Waldbad unterlegen sein.
Carsten Büttner Was die Badewasser-Temperatur angeht, will das Peenebad in Malchin endlich nicht mehr dem Stavenhagener Waldbad unterlegen sein.

Haben Sie auch für warmes Badewasser im Malchiner Peenebad gespendet? Dann bekommen Sie vielleicht demnächst Besuch vom Bürgermeister – wenn er nicht schon da war. Jörg Lange will sich aber nicht nur bedanken für das Geld, er bietet allen Spendern jetzt einen Sponsoren-Vertrag an. Das scheint jetzt noch die einzige Möglichkeit zu sein, wie die Spenden ganz legal für die Badewannen-Heizung im Malchiner Freibad eingesetzt werden können.

Einfach nur mal Geld einzusammeln für einen Betrieb gewerblicher Art, das geht so eben nicht, hatte zuvor das Finanzamt gegenüber der Stadt klargestellt. Und damit die Spendenaktion, die Jörg Lange anlässlich seines 60. Geburtstages ins Leben gerufen hatte, erst einmal gestoppt.

Auf der Spendenliste finden sich nach Angaben des Bürgermeisters bisher 32 Namen, die einen Beitrag von insgesamt etwa 3700 Euro geleistet hätten. Das Geld hatte der Verein „Für Malchin“ entgegengenommen, dessen Vorsitzender der Bürgermeister ist. Der Verein hat den Vorteil, dass er Spendenbescheinigungen ausstellen könnte, wenn denn die Aktion korrekt gewesen wäre.

Sponsoren-Namen kommen auf die Tafel

Tatsächlich dürfte die Spendensumme aber noch viel höher sein. Denn allein an seinem Geburtstag hatte Jörg Lange mehr als 4000 Euro eingesammelt. Das Geld ist nun aber nicht futsch. Fünf Spender hätten sich inzwischen bereit erklärt, einen Sponsor-Vertrag abzuschließen. Einer dagegen will sein Geld bereits zurück haben. Allerdings stehen Jörg Lange und Peenebad-Chef Holger Andrys erst am Anfang ihrer Besuchs-Tour.

Zu einem Sponsorvertrag gehört nun aber immer auch eine Gegenleistung. Wie sieht die in Malchin denn aus? Haben die Spender nun vielleicht lebenslang freien Eintritt ins Malchiner Peenebad? Nein, nein, wehrt der Bürgermeister ab. „Wir werden die Namen der Spender öffentlich machen und dazu im Peenebad eine Tafel aufstellen“, sagt Jörg Lange. Mit diesem Bezahl-Modell hatte im vergangenen Jahr immerhin die Nachbarstadt Neukalen beim Bau ihres Vereinsheimes am Sportplatz großen Erfolg.

„Ich kann mich mittlerweile für diese Variante ganz gut erwärmen. Vielleicht melden sich jetzt ja noch mehr Leute, die einen Beitrag für das Peenebad leisten wollen“, hofft der Bürgermeister.