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Politik stoppt Aus für Malchiner Sozialwerk

Dem Malchiner Sozialwerk war schon das Aus der Sucht- und Drogenberatung und damit des wichtigsten Standbeins angekündigt. Jetzt werden neue Strukturen im Landkreis aber erst mal diskutiert. Und da wollen die Malchiner mitreden. Jede Menge Unterstützer haben sie jedenfalls.

Die meisten Abhängigen an der Seenplatte haben ein Problem mit Alkohol, doch auch andere Suchtmittel verursachen immer größeren Beratungsbedarf.
© Thomas Söllner - Fotolia.com, Klaus-Dietmar Gabbert, Torsten Leukert, Patrick Pleul Die meisten Abhängigen an der Seenplatte haben ein Problem mit Alkohol, doch auch andere Suchtmittel verursachen immer größeren Beratungsbedarf.

Jetzt ist die Katze endgültig aus dem Sack. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte machte seine Pläne für die Neuausrichtung der Sucht- und Drogenberatung ab 2017 öffentlich. Und ging wohl davon aus, dass der kreisliche Sozialausschuss das Papier auch gleich durchwinkt. Weil es an zwei Fakten kein Vorbei gibt: Das Land fördert nicht mehr wie bisher 18, sondern nur noch 14 Stellen und jeder Träger muss drei Fachkräfte vorhalten. Damit müsse die Zahl der Träger von fünf auf vier reduziert werden, heißt es. Auf der Strecke bleibt laut Planung des Kreises das Sozialwerk in Malchin.

In der Stadt ist die Sorge groß, dass das Sozialwerk dann auch ganz schließen muss. Denn nicht nur die Sucht- und Drogenberatung wird ihm genommen, auch die Jugend- und Schulsozialarbeit steht auf der Kippe. Das wäre verheerend für Malchin, „wenn das Sozialwerk wegbricht, ist alles tot“, hieß es Dienstagabend im städtischen Sozialausschuss. „Wir bezeichnen uns als kleines Haus der Beratung, weil wir verschiedene Angebote haben“, sagt Geschäftsführerin Rica Düde-Grandke. „Wenn zwei, drei Standbeine wegbrechen, ist eine Weiterführung in Gefahr.“

Der kreisliche Sozialausschuss entschied jedoch, die Pläne für die Sucht- und Drogenberatung erst in den Parteifraktionen zu diskutieren und dann im November wieder auf die Tagesordnung zu heben. Rica Düde-Grandke hofft, dass das Sozialwerk zumindest im nächsten Jahr die Sucht-und Drogenberatung fortführen kann. Und dass es Zeit bekommt, gemeinsam mit den anderen Trägern auch über mögliche Kooperationen zu sprechen. Sonst sei es sehr schwierig, so eine Neustrukturierung sozial verträglich umzusetzen.

Indes regt sich in Malchin immer mehr Widerstand. Es gibt online eine Petition zum Erhalt des Beratungsangebotes des Sozialwerkes. Binnen anderthalb Tagen zählte die 217 Unterschriften, freut sich Rica Düde-Grandke über die Resonanz. „Das ist auch motivierend für die Mitarbeiter in dieser schwierigen und angespannten Zeit.“ Die Petition liegt auch im Sozialwerk aus. Peter Ritter, Landtagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte, weist zudem darauf hin, dass die Linken am Freitag, 16. September, von 9 bis 11 Uhr einen Info-Stand auf dem Malchiner Markt haben, wo man die Petition auch unterschreiben kann. Möglich sei das auch am 19. September von 9 bis 11 Uhr in seinem Wahlkreisbüro in Stavenhagen.