Vorwürfe nach Drogenrazzia in Stavenhagen:

Polizei hält Einsatztaktik für gerechtfertigt

Einwohner kritisierten das Vorgehen der Polizei bei der Drogen-Razzia in Stavenhagen. Die nimmt nun Stellung dazu und erklärt zum Teil ihre Taktik.

Den Einsatz von 103 Beamten bei der Drogenrazzia in Stavenhagen hält die Polizei für gerechtfertigt.
Franz-Peter Tschauner Den Einsatz von 103 Beamten bei der Drogenrazzia in Stavenhagen hält die Polizei für gerechtfertigt.

2000 Ecstasy-Tabletten und 740 Gramm Rauschgift im Wert von 22 200 Euro sowie mehrere Waffen – das ist für die Polizei kein Pappenstiel und rechtfertige den Einsatz von 103 Beamten bei der Drogenrazzia in Stavenhagen. Da es sich um mehrere Wohnobjekte in unterschiedlichen Größen und nicht nur um ein einzelnes gehandelt hat, wurden derart viele Polizisten eingesetzt, wies Polizeisprecherin Carolin Radloff am Mittwoch Vorwürfe von Stavenhagener Anwohnern zurück. Die Dimension der Razzia und das Vorgehen der Beamten – so sollen sie unter anderem ohne Vorankündigung Türen eingetreten haben – war auf massive Kritik gestoßen.

Eine Durchsuchung werde nie angekündigt, um zu verhindern, dass schnell Beweismittel vernichtet werden können, so die Polizeisprecherin. Zudem würden mehrere Objekte zum selben Zeitpunkt durchsucht, damit die Beschuldigten sich vorher nicht untereinander absprechen können.

Leider könne das alles nicht geschehen, ohne dass die Öffentlichkeit es bemerkt, so Radloff weiter. Dies war ein weiterer Vorwurf, weil Betroffene, bei denen nichts gefunden wurde, sich nun zu Unrecht in ein schlechtes öffentliches Licht gerückt sehen. Kritik soll es nach Nordkurier-Informationen auch polizeiintern am Vorgehen der Einsatzkräfte gegeben haben. Dies weist die Polizeisprecherin allerdings ebenfalls zurück.