Linke Kreisstadt-Politikerin sieht sich bedroht:

Polizei leitet Schutzmaßnahmen ein

Bei ihren sozialen Projekten beschreitet  Karen Larisch unkonventionelle Wege, um Menschen in schwierigen Situationen zu helfen. Das kommt nicht bei allen gut an.

Mit ihrem Projekt einer Not- und Randzeitenbetreuung half Karen Larisch entscheidend mit, dass die Barlachstadt als „Familienfreundliche Kommune“ ausgezeichnet werden konnte.
Christian Menzel Mit ihrem Projekt einer Not- und Randzeitenbetreuung half Karen Larisch entscheidend mit, dass die Barlachstadt als „Familienfreundliche Kommune“ ausgezeichnet werden konnte.

Die Güstrower Kommunalpolitikerin Karen Larisch, die für die Linken in der Stadtvertretung und im Kreistag sitzt, sieht sich zunehmend rechtsextremen Angriffen ausgesetzt. Als Konsequenz einer Reihe von Vorfällen hat die Polizei jetzt Schutzmaßnahmen für die 45-Jährige eingeleitet. „Es ist eine Art von Polizeischutz, der mich aber nicht einschränkt und den ich eigentlich nur daran merke, dass die Polizei sofort zur Stelle ist, wenn etwas vorfällt“, sagt sie. Eigentlich sei sie schon das ganze vergangene Jahr über wegen ihres sozialen Engagements und ihres Einsatzes für Flüchtlinge eine Zielscheibe von Rechtsextremen gewesen. „Aber man macht das ja nicht unbedingt öffentlich“, beteuert sie.

Öffentlich wurde es aber, als in der Nacht zum 21. März der Briefkasten des von ihr aufgebauten sozio-kulturellen Zentrums „Villa Kunterbündnis“ in der Innenstadt gesprengt wurde und Fensterscheiben zu Bruch gingen. Auch über E-Mails und auf Internetseiten wird die zierliche Frau massiv angegriffen und auf unflätige Weise beleidigt. Nun wurde sogar das Zuhause der Familie zum Ziel der Rechten. „Am Mittwochabend waren mein Mann und ich mit zwei ‚Stern’-Reportern in einem Cafè verabredet. Es ging um die Themen Kinderbetreuung, Kita in den alten Bundesländern, 24-Stunden-Betreuung und um die Not- und Randzeitenbetreuung, die wir in unserer Einrichtung anbieten“, erzählt Karen Larisch. Plötzlich registrierte sie, wie Mitglieder einer so genannten „Bürgerwehr“ vor dem Gebäude patrouillierten, immer auffällig durch die großen Scheiben sahen und eindeutige Gesten zeigten. Richtig nervös wurde Karen Larisch aber, als sie einen Anruf ihrer allein zu Hause wartenden 15-jährigen Tochter bekam. „Sie berichtete ganz aufgeregt, dass an der Haustür gerüttelt werde, dass das Tor aufstand und sie sich bedroht fühle“, schildert sie. Kurze Zeit später bekam sie einen zweiten Anruf, dieses Mal von der Polizei, dass die Lage unter Kontrolle sei. Die Polizisten entdeckten am Haus und am Briefkasten Aufkleber mit rechtsextremem Inhalt.

Karen Larisch, die in der Vergangenheit oft das Gespräch mit den Rechtsextremen suchte, ist besonders enttäuscht, weil sie einige davon kennt. „Diese Typen waren hin und wieder bei mir und wollten einen Rat, wenn die Staatsanwaltschaft hinter ihnen her war oder sie Probleme mit dem Arbeitsamt hatten“, sagt Larisch. Das sei nun aber vorbei. Als die Angriffe auch ihrer Familie galten, habe sie kurz daran gedacht, alle Aktivitäten sein zu lassen. Doch sei ihr klar geworden, dass die Rechten dann ihre Ziele erreicht hätten. „Ich werde weiter machen. Ich lasse mir meinen Lebenstraum, den ich mir mit der ‚Villa Kunterbündnis’ trotz vieler Schwierigkeiten und Probleme erfüllt habe, doch nicht von solchen Idioten kaputt machen“, sagt sie mutig.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung