Schwer gestörte Patienten?:

Psycho-Klinik im Schloss wirft Fragen auf

Heute Hotel – morgen Klinik. Dieser Wechsel steht im Schloss Teschow bevor. Da regt sich viel Skepsis und mancher Vorbehalt im Dorf. Die künftigen Schlossbetreiber stehen Rede und Antwort – und weisen Spekulationen zurück.

Die neue Klinik im Schloss Teschow will von der Region profitieren – und die Region hoffentlich von der Klinik.
Carsten Buettner Die neue Klinik im Schloss Teschow will von der Region profitieren – und die Region hoffentlich von der Klinik.

Schweigen füllt die für diese Tageszeit gut besetzte Gutsschenke „Von Blücher“.  Etwa 40 Dorfbewohner haben sich eingefunden, dazu Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Stadtvertreter aus Teterow. Alle bewegt eine Frage: Wie wird sich das Leben in Teschow verändern, wenn zum 1. Oktober die Limes-Gruppe im bisherigen Hotel eine psychosomatische Klinik eröffnet?

Darauf haben sich der Hoteleigner, die arcona-Gruppe aus Rostock, und die Limes Schlosskliniken Holding geeinigt. Die Stadtvertretung hat zu der Nutzungsänderung allerdings eine Stellungnahme abzugeben. Richard von Bergmann-Korn als Unternehmenssprecher kommt gleich auf den Kern der Sache: Der Übergang vom Hotel zur Klinik könne gerade deshalb so kurzfristig erfolgen, weil sich rein äußerlich nur sehr wenig ändere. Der Klinikbetrieb ähnele mehr einem Hotel als Krankenhaus versichert er. „Wir betreuen hier Patienten, die unter Burn-out leiden. Hier sollen sie genesen, in einen normalen Lebensrhythmus zurück finden.“ Ausdrücklich wies er Spekulationen zurück, hier würden Patienten mit schweren psychischen Störungen behandelt. „Wir sind eine offene Klinik. Es wird weder einen geschlossenen Zaun geben noch Gitter vor den Fenstern.“

Der Bedarf an Therapieplätzen sei enorm

Zweifel, dass die 90-Betten-Klinik nicht die geplante Auslastung erreichten wird teilt der künftige Geschäftsführer Benjamin Lange nicht. Es gebe in Deutschland derzeit Tausende Patienten, die nicht angemessen behandelt werden, argumentiert er. Zudem sei die Holding eng vernetzt sowohl mit führenden Therapeuten wie auch dem Hausärzte-Verband. Der Bedarf an solchen Therapieplätzen sei enorm.

Wichtig sei eine enge Kooperation mit der Region. Die Angebote des Umlandes trügen zum Gelingen der Therapie bei. Das gelte nicht nur im medizinischen Bereich. Die Sorge des Bauern Ulrich Liescher, dass Patienten Beschwerde einlegen, sobald sie nur einen Güllewagen erblicken, nimmt Lange ernst. Seine Antwort: „Wir haben freie Therapiewahl. Wem es hier nicht gefällt, der kann abreisen.“

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