Klage gegen US-Konzern:

Quälende Hüfte, quälende Warterei

Seine Klage wegen fehlerhafter Hüftgelenksprothesen wird sich für Klaus-Dieter Krauße aus Levin stärker in die Länge ziehen als befürchtet. Doch er schöpft Hoffnung, denn es haben sich die ersten Leidensgenossen bei ihm gemeldet.

Neben der Unterstützung von Familie und Freunden hofft Klaus-Dieter Krauße im Prozess um fehlerhafte Hüftgelenkprothesen weiter auf einen Zusammenschluss mit Leidensgenosssen.
Gerald Gräfe Neben der Unterstützung von Familie und Freunden hofft Klaus-Dieter Krauße im Prozess um fehlerhafte Hüftgelenkprothesen weiter auf einen Zusammenschluss mit Leidensgenosssen.

Da hatte es der ehemalige Berufskraftfahrer nach über vier Jahren juristischer Streitereien endlich erreicht: Seine Klage gegen eine US-Firma wegen angeblich schadhafter Hüftgelenke wird nun endlich vor Gericht verhandelt. Doch die Verhandlung war bereits nach 45 Minuten beendet. Die verklagte Firma bekam noch vier Wochen Zeit, sich weiter mit der Anklageschrift zu befassen.

Und nun auch das noch: Am 25. März wird es nicht wie von Klaus-Dieter Krauße erhofft zu einer Grundsatzentscheidung kommen. Das Landgericht Neubrandenburg will an diesem Tag erst einmal einen Gutachter bestimmen, der über die Qualität der Hüftgelenke befinden soll, die bei dem Leviner zu mehreren Operationen und langwierigen Krankenhausaufenthalten geführt haben.

Und wieder hilft nur Geduld

„Und schon wieder ist dann ein Jahr verronnen", grübelt der Mann im Rollstuhl. Da könne er schon verzweifeln. Wenn es seine große Familie und die Freunde nicht gäbe, die ihm immer wieder beistünden, sagt er, dann hätte er sich wohl schon aufgegeben. Während und nach der Verhandlung habe er sich innerlich sehr aufgeregt. Auch die vielen Gespräche danach mit Nachbarn im Heimatort, die hätten schon sehr geschlaucht.

Jetzt helfe nur Warten. Warten, was der Gutachter sagen wird. Und reden mit Schicksalsgenossen. Zwei haben ihn nach dem ersten Verhandlungstermin angesprochen. Auch diese klagen beziehungsweise klagten gegen dieselbe Firma aus Übersee, doch ebenso wie der Leviner ganz für sich allein. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es noch keine Patienten-Initiative oder Sammelklage wie in Süddeutschland. Aber vielleicht wird sich so eine noch bilden hofft Klaus-Dieter Krauße. Vielleicht wäre es dann einfacher, doch noch zu seinem Recht zu kommen.

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