Radwegenetz:

Radfahrer bleiben nun doch am Straßenrand

Auf der Deutschen Alleenstraße wird es südlich des Malchiner Sees für Radfahrer gefährlich.  Zu ihrer Sicherheit soll eigens ein Radweg angelegt werden. Doch der Verlauf ist umstritten.

Wolfgang Heine (rechts) von der Bürgerinitiative Pro Malchiner See sammelte Unterschriften für die Forderung nach dem Radweg an der L 20.
Eberhard Rogmann Wolfgang Heine (rechts) von der Bürgerinitiative Pro Malchiner See sammelte Unterschriften für die Forderung nach dem Radweg an der L 20.

Durch die Seeniederung oder durch den Wald? Das ist die Frage, die sich bei der Planung für den Radweg zwischen Seedorf und Rothenmoor am südlichen Malchiner See stellt. Schon seit Jahren steht die Forderung nach einem Lückenschluss im regionalen Radwegenetz. Denn von Malchin bis zum Abzweig Basedow ist schon in den 1990ern ein Radweg entlang der L 20 angelegt worden. Von hier bis Dahmen müssen die Radfahrer aber auf die Landstraße ausweichen. Das war ein ziemlich riskantes Unterfangen. Wiederholt war deshalb die Initiative Pro Malchiner See mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, so einer Unterschriftenaktion für den Radwegebau, eingetreten.

Über die Wiese und an der Schmiede Rothenmoor vorbei

In den zurückliegenden Monaten ist nun die Fahrbahn auf diesem Abschnitt erneuert worden. In diesem Zuge sollte auch der fehlende Radweg gebaut werden.  Von Seedorf bis Rothenmoor allerdings hatte man einen Streckenverlauf abseits der Alleenstraße ins Auge gefasst. Die Radler sollten auf einem vorhandene Weg bis zur Campingsiedlung am See fahren. Von dort durch die Wiesen über einen Feldweg und vor der Schmiede Rothenmoor wieder an die L 20 geführt werden. Für diese Strecke sprach insbesondere, dass der Bau entlang der Straße sehr aufwendig wäre. Hier verläuft die L 20 durch ein Waldstück und macht einige Kurven. Dazu weist das Gelände ein starkes Höhenprofil auf. All diese Probleme bestehen bei der alternativen Strecke nicht.

Straßenbauamt bleibt konsequent bei der L 20

Dennoch hat sich das Straßenbauamt Güstrow jetzt offenbar entschieden, konsequent entlang der L 20 zu bauen. Auch wenn der Ausbau komplizierter wird und sich verzögert. Wie Behördenleiter Ronald Normann auf Nordkurierfrage einräumt, werden gerade die Anträge zur Waldumwandlung gestellt. Im Klartext bedeutet dies, dass entlang der künftigen Trasse  Bäume abgeholzt werden müssen und das Areal als Wald entwidmet wird. Die betroffenen Grundstückeigentümer haben Normann zufolge Einverständnis signalisiert. So sehe er einem Erwerb der notwendigen Flächen zuversichtlich entgegen. Das Planverfahren werde allerdings einige Zeit erfordern. Der Bau ziehe sich somit noch ins nächste Jahr.

Bei Naturschützern stößt diese Entscheidung indes auf Befremden und Unverständnis. Vor allem im Hinblick auf den hier verlaufenden Lupenbach, ein schützenswertes Biotop. "Wenn der Radweg jetzt an der Straße gebaut wird, muss eine Querung für den Bach angelegt werden. das wäre bei der alternativen Route nicht nötig gewesen", macht Gerd Taufmann vom Förderverein des Naturparks auf einen aus seiner Sicht gravierenden Unterschied aufmerksam. In der Naturschutzbehörde des Landkreises Rostock war niemand für eine Auskunft erreichbar.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung