Warnstreik in Stavenhagen:

Ran an die Kartoffeln: Pfanni-Werker wollen Westtarif

Zum ersten Mal wird am Donnerstag im Veredlungswerk für die Bodenfrüchte in Stavenhagen gestreikt. Gewerkschaft und Betriebsrat fordern den Lohn wie in vergleichbaren Werken im Westen Deutschlands. Und noch etwas soll mit der Arbeitsniederlegung erreicht werden.

Bei Pfanni in Stavenhagen wird heute gestreikt.
Eckhard Kruse/Archiv Bei Pfanni in Stavenhagen wird heute gestreikt.

Das hat es in den 22 Jahren von Pfanni in Stavenhagen noch nie gegeben. Zum allerersten Mal in der Reuterstädter Geschichte des Unternehmens legen Mitarbeiter die Arbeit nieder. Sie gehen heute von 13 bis 15 Uhr für einen Warnstreik vors Werktor, informierte der Betriebsratvorsitzende Thomas Mierck in Stavenhagen. Der Aufruf dazu komme von der Gewerbeschaft Nahrung, Gaststätten und Genussmittel (NGG). Jedem Mitarbeiter sei es freigestellt, sich zu beteiligen.

„Wir befinden uns gerade in Tarifverhandlungen“, so Jörg Dahms, NGG-Geschäftsführer für Mecklenburg-Vorpommern. Dabei gehe es nicht nur um eine Lohnerhöhung für den Flächentarif im Land. „Wir wollen auch den Lohnabstand verringern“, sagt er. Der betrage zu vergleichbaren Standorten im Westen Deutschlands etwa 350 Euro. Auf die Forderung nach einer Lohnangleichung in der NGG-Branche „Obst und Gemüse“ würden der Arbeitgeberverband und die Unilever-Geschäftsführung aber überhaupt nicht eingehen. Dort habe man deutlich zum Ausdruck gebracht, dass Mecklenburg-Vorpommern weiterhin anders behandelt werden soll. „Wir wollen aber ein Datum haben, wann die Mitarbeiter 100 Prozent bekommen“, betont Dahms. Mit allem anderen wolle man sich nicht zufrieden geben.

Geboten hatte der Arbeitgeberverband Nord Ernährung bislang eine Lohnerhöhung von 2,4 Prozent, erläutert der Pfanni-Betriebsratsvorsitzende. Das reiche aber nicht aus. „Wir wollen eine schrittweise Angleichung“, sagt Mierck.

Kommentare (3)

Solange die Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern mit einem annähernd gleichen Lohn wie in Bangladesh zufrieden sind, gibt es keinen Grund für die Arbeitgeber den Lohn an deutsches Niveau anzupassen.

Keiner der normal Beschäftigen ist mit dem Lohn einverstanden.Sie verstehen wohl den Sinn von Gewerkschaften und Arbeitskampf nicht.Tausende pendeln jeden Tag in andere Bundesländer oder arbeiten zu Mindestlöhnen.Und das nicht weil sie mit dem Lohn oder Arbeitszeit zufrieden sind....nein sie haben keine Wahl oder Lobby die für sie kämpfen.Was schreiben sie für n Schwachsinn.Was ist die Alternative?Hartz4...Dafür ist der Arbeitskampf.....

Welch ein weltfremder Kommentar! ...jemals als Angestellter in der Privatwirtschaft tätig gewesen? Dampfplauderer....linker!