Müllsünder:

Rathaus machtlos im Müll-Kampf

In einem Wort: Lasch. So empfinden etliche Teterower den Umgang der Behörden mit dem Müllproblem. Container quellen über, es stinkt und sogar die Ratten haben es offenbar sehr behaglich.

Schon mancher, der hier Abfälle außerhalb der Container hinterließ, wurde auf frischer Tat ertappt. Die wenigsten Missetäter wurden jedoch bestraft. Das wurmt Anwohner.
Eberhard Rogmann Schon mancher, der hier Abfälle außerhalb der Container hinterließ, wurde auf frischer Tat ertappt. Die wenigsten Missetäter wurden jedoch bestraft. Das wurmt Anwohner.

„Es passiert einfach nichts.“ Die Stimme von Lars Rösler schwankt zwischen Wut und Resignation. Was tun? Anlass für seinen Anruf am Lesertelefon des Nordkurier ist ein Bericht über die Vermüllung an  Container-Standplätzen. Insbesondere das Areal am Kapitän-Kaempff-Weg fällt aus dem Rahmen. Dort wird abgeladen, was der Abfalleimer hergibt: Altkleider, Farbenreste, Plastikmöbel und ausgehärteter Zement in Säcken. Kaum war die Fläche zum Stadtputz Anfang November gereinigt, dauerte es nur wenige Tage, bis der Platz wieder einer Deponie glich. Einer sehr vermüllten Deponie.

Der Platz ist nur ein Beispiel für das Problem mit dem Dreck in der Stadt. Und das hat noch weiterreichende Folgen. Immer wieder werden am helllichten Tage inzwischen Ratten beobachtet, die sich offenbar recht sorglos durch die Stadt bewegen.

Auf frischer Tat ertappt

Was Lars Rösler erbost, ist, dass die Verursacher des Abfalls anscheinend ungeschoren davon kommen. Er selbst habe dort jemand, der illegal Müll ablud, zur Rede gestellt und den Vorfall im städtischen Ordnungsamt gemeldet. Doch nichts sei passiert. Dabei habe er aus seiner Nachbarschaft sogar noch einen Zeugen benannt.

Den Ruf nach Strafen für Umweltsünder hört Stephan Richter, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, seit Jahren. Doch, ach, die Vorschriften seinen im Wege. „Bei der Ahndung festgestellter Verstöße sind wir einen vorgegebenen Verfahrensweg gebunden“, weist Richter eine Bestrafung an Ort und Stelle zurück. Derzeit würden im Amt drei Anzeigen bearbeitet. So ein Verfahren beinhalte eine Anhörung wie das Einspruchsrecht gegen eine behördliche Entscheidung. Dafür sind Fristen festgelegt. Das dauere seine Zeit. Daraus den Schluss zu ziehen, die Behörden unternähmen nichts, sei falsch. Wie viele Anzeigen es im Laufe des vergangenen Jahres gab und welcher Teil davon mit einer Strafe geahndet wurde, kann der Amtsleiter derzeit nicht sagen.

 

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