Träger löst sich auf:

Rettungsanker für Arbeitslose bricht weg

Wegen Geldmangels löst sich die Arbeitsloseninitiative Nord-Ost auf. Mit dem Träger schließt auch der Stavenhagener Frauentreff und möglicherweise die Kleiderkammer. Einige Frauen sind ratlos. Andere suchen nach Lösungen.

Renate Schadowski (links) und Jutta Risch könnten sich vorstellen, die Kleiderkammer ehrenamtlich weiterzuführen, bräuchten aber die Unterstützung der Stadt Stavenhagen.
Eckhard Kruse Renate Schadowski (links) und Jutta Risch könnten sich vorstellen, die Kleiderkammer ehrenamtlich weiterzuführen, bräuchten aber die Unterstützung der Stadt Stavenhagen.

Wie immer war der Frühstückstisch liebevoll gedeckt. Wie immer waren auch viele Frauen gekommen. Dennoch war es anders als sonst bei der Stavenhagener Arbeitsloseninitiative. Eine gedrückte Stimmung schwebte in den Räumen in der Malchiner Straße 70. Und Renate Schadowski, ehrenamtliche Leiterin des Frauentreffs und der Kleiderkammer, fiel es auch nicht leicht, diese bittere Nachricht zu überbringen. „Mit vielen Tränen in den Augen muss ich verkündigen, dass es uns ab 1. Januar nicht mehr geben wird“, sagte sie zu den Frauen und Sponsoren, die die Stätte seit Jahren unterstützt hatten.

Alle Frauen, die vier Ein-Euro-Kräfte, Renate Schadowski sowie ihre „rechte Hand“, Jutta Risch, würden gerne weiter machen. Aber sie können nichts dagegen tun, dass sich ihr Träger, die Arbeitsloseninitiative Nord-Ost mit Sitz in Brunn bei Neubrandenburg, auflöst. „Das wurde im Juni beschlossen“, informierte Annett Grimm, Mitarbeiterin der Geschäftsstelle. Von den einstmals über 20 Projekten und Institutionen seien die meisten schon aufgelöst. So die Kleiderkammern in Anklam und Ducherow. Die Verträge mit Sozialarbeitern laufen aus. Der Frauentreff in Vielist bei Waren werde schließen, in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sei man noch im Gespräch mit einem neuen Träger. Und auch das Storchenprojekt in Brunn solle möglichst an einen anderen Träger übergeben werden.

Rein ehrenamtlich würde es nicht funktionieren

Dennoch wollen Renate Schadowski und Jutta Risch die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben. „Vielleicht ist es möglich, dass wir auf ehrenamtlicher Basis weitermachen“, sagte Frau Schadowski. Allerdings könnten sie als Privatpersonen die Miete für die Räume nicht aufbringen. Da bräuchten sie eine Zusage der Stadt, dass sie die Miete wie bisher trägt. Doch ob das wegen der städtischen Verschuldung möglich ist, ist fraglich.

Dann gäbe es auch die Möglichkeit, dass der Frauentreff in die Räume des Seniorenclubs am Boulevard zieht. Denn hier helfen die Frauen der Arbeitsloseninitiative schon seit dem Rückzug der Volkssolidarität in diesem Jahr. Doch in diesem Fall wäre offen, was aus der Kleiderkammer wird. Die Kleiderkammer könne auch nach der Auflösung der Arbeitsloseninitiative Nord-Ost im Ehrenamt weitergeführt werden, hieß es von der Stadt. Die Einrichtung werde stärker durch die Stavenhagener Bürger genutzt. Sie sei auch – als Partner des DRK – in die Versorgung der Flüchtlinge in Basepohl eingebunden.