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Rostocks Wohnungsnot ist Gnoiens Chance

Rostock platzt aus den Nähten, Bauland ist knapp und teuer. Um das Ansiedeln im Speckgürtel ist ein Konflikt entbrannt. Gnoien und Teterow werden bereits als Alternativen entdeckt.

Die Hansestadt Rostock einen Steinwurf hinter dem westlichen Horizont von Gnoien boomt.
NK-Archiv Die Hansestadt Rostock einen Steinwurf hinter dem westlichen Horizont von Gnoien boomt.

Im Streit zwischen der Hansestadt Rostock und den Gemeinden des Umlands wittert Gnoiens Bürgermeister Lars Schwarz eine Chance für die Warbelstadt. „Wir sind als entferntere Kommune von dem Zwist nicht betroffen“, konstatiert er. Den Fehdehandschuh hatte Rostocks OB Roland Methling zu Jahresbeginn geworfen mit seiner Forderung nach tausend Euro für jeden neuen Einwohner in den Umlandgemeinden. Methlings Argument: Die Hansestadt halte eine vielfältige Infrastruktur vor, die von den Einwohnern im Umfeld genutzt werde. Deshalb sei es nur legitim, die Gemeinden an der Finanzierung zu beteiligen.

Der Konflikt hat weitreichende Folgen. Denn nach der aktuellen Prognose braucht die Wachstumsregion Rostock bis 2025 etwa 10.000 neue Wohnungen. Hier kommt nun das weitere Umfeld ins Spiel, so die Städte Gnoien und Teterow. Die haben Wohnungssuchende inzwischen nämlich entdeckt. Als der Geschäftsmann Norbert Thürkow aus Gnoien einen Käufer für sein Haus suchte, hatten sich gleich mehrere Interessenten aus Rostock gemeldet.

Neue Hoffnung für Teterower Innenstadt?

„Das ist beileibe kein Einzelfall“, sagt Bürgermeister Lars Schwarz. Er verweist auf eine Reihe von Immobiliengeschäften in jüngster Zeit mit Käufern aus der Hansestadt. Der Trend stimme ihn zuversichtlich, die Parzellen im Wohngebiet Warbelniederung nun endlich an den Mann zu bringen. In Teterow ist die Situation etwas anders. „Vonseiten der Stadt haben wir derzeit kaum noch freie Bauplätze in reinen Wohngebieten im Angebot. Kleinere Baufelder sind von privaten Investoren erschlossen und vermarktet worden“, beschreibt Bürgermeister Reinhard Dettmann (parteilos) die Lage.

Was er sich wünsche, seien Bauwillige, die in der Innenstadt investieren. „Teterow ist glücklicherweise noch im Städtebauförderungsprogramm. Damit können wir Bauherren im Fördergebiet eine ansehnliche Unterstützung bieten“, wirbt das Stadtoberhaupt. Des Weiteren verweist er auf eine vielfältige Vernetzung mit der Regiopole Rostock. „Wir sind im Verkehrsverbund Warnow, im Netzwerk Biocon Valley und mit der Ostsee-Sparkasse verbunden, um nur einige Beispiele zu nennen.“