Stadtentwickler stellen Wunschliste auf:

Sanierungsreif: Teterow schielt auf EU-Millionen

Undichte Dächer, marode Fenster, verwahrloste Plätze – ohne Fördermittel ist an Abhilfe solcher Missstände nicht zu denken. Teterow listet in einem Entwicklungskonzept schon mal auf, wo Gelder aus Brüssel am dringlichsten notwendig wären.

Die Graue Schule auf dem Schulkamp ist 130 Jahre alt und dringend sanierungsbedürftig. Foto: Eberhard Rogmann
Eberhard Rogmann Die Graue Schule auf dem Schulkamp ist 130 Jahre alt und dringend sanierungsbedürftig. Foto: Eberhard Rogmann

Trutzig steht das Schulhaus, das von den Einheimischen nur „die graue Schule“ genannt wird, am Fliederkamp. Wind und Wetter können dem 130 Jahre alten Gebäude nichts anhaben – so scheint es. Zwar bemerkt man bei genauerem Hinsehen, dass die Farbe der Fenster stark blättert. Mit einem Anstrich ist da wenig gewonnen. Das Haus ist dringend sanierungsbedürftig. Das wissen die Eisenbahnfreunde, die hier neben dem Museum ihre Vereinsräume haben, wohl am allerbesten. Kann man mit den von Schülergenerationen ausgetretenen Treppen noch als museale Erbschaft leben, bei der desolaten Heizungsanlage aus DDR-Zeit hört der Spaß auf. Aber hat die Stadt nach der erst vor zwei Jahren erfolgten Sanierung des Stadtmuseums die Kraft, ein weiteres Museumsgebäude von Grund auf in Stand zu setzen? Die Antwort lautet schlicht: nein.

Dennoch ist der Stab nicht gebrochen über die graue Schule. Hoffnungen setzt die Stadt in das Förderprogramm der EU für regionale Entwicklung. Um an die Millionen aus Brüssel zu kommen, schnürt man das Paket gleich etwas größer. Neben der Museumsschule wird das Areal am Fliederkamp einbezogen. Immerhin ist hier die Haltestelle für den Schulbus ebenfalls erneuerungsbedürftig und auch der angrenzende Schulkamp nebst von-Pentz-Allee. Da muss man auch gar nicht tricksen. Denn der Förderschwerpunkt  liegt auf Bewahrung des kulturellen Erbes und einer umweltrelevanten Verkehrsinfrastruktur.

In diesem Rahmen lassen sich weitere Vorhaben unterbringen, für welche Fördermittelzuschüsse unabdingbar sind. Beispiel Bahnhof. Das Brachland des einstigen Güterbahnhofs möchten die Teterower  zu einem Busbahnhof umgestalten. In diesem Zusammenhang rückt eine Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes ins Blickfeld. Vorbedingung wäre die Verlegung der sowjetischen Kriegsgräber von dort auf den städtischen Friedhof. Dafür müsste allerdings die russische Seite ihre Zustimmung geben, wendet der Stadtvertreter Herwart Müller (Linke) ein, wobei er aus seiner Skepsis keinen Hehl macht. Dringender ist in den Augen der Stadtvertreter die Sanierung der Turnhalle Ost, die über 40 Jahre als ist. Mit den veranschlagten 1,3 Millionen Euro kein leichter Happen. Dennoch ist sie für das soziale Miteinander in der Stadt ein Projekt hoher Priorität. Dem gegenüber erscheint die im Konzept ebenfalls aufgeführte Abtragung des Bahndamms der Gnoienschen Eisenbahn in der Seeniederung  zur Verbesserung des Stadtbildes eher als Geldverschwendung.

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