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Schon wieder Bäckerei geknackt

Jetzt war eine Bäckerei in Malchin dran. Dort hatten die Täter die Tür aufgebrochen und die Räume durchsucht. Sie haben mehrere hundert Euro erbeutet.

Momentan nicht verschließbar: Die Tür der Bäckerei-Filiale im neuen gelb-roten Netto-Markt in Malchin.
Eckhard Kruse Momentan nicht verschließbar: Die Tür der Bäckerei-Filiale im neuen gelb-roten Netto-Markt in Malchin.

Dass er mit dem Umzug von Lidl zum roten Netto auch die Einbrecher anlockt, damit hat Bäckermeister Frank Kadatz sicherlich nicht gerechnet. Gerade einmal zwei Monate befindet sich die Filiale der Neubrandenburger Bäckerei an der Rudolf-Fritz-Straße. Und doch ist jetzt schon zum zweiten Mal in den Backshop eingebrochen worden. Unbekannte Täter stiegen in der Nacht zum Dienstag in das Geschäft ein. Sie knackten die Eingangstür der Bäckerei auf. Die Ganoven durchsuchten die Räumlichkeiten und nahmen schließlich mehrere hundert Euro mit, teilte die Polizei mit. Insgesamt liegt der Schaden aber viel höher: Er wird auf 3000 Euro geschätzt.

Einen ersten Einbruch bei der Bäckerei Kadatz hatte es bereits in der letzten Dezemberwoche gegeben. Da ließen die Täter rund 500 Euro aus der Wechselgeldkassette mitgehen. Und auch am alten Kadatz-Standort im Lidl-Markt waren im Jahr 2011 schon Einbrecher eingestiegen. Damals nahmen sie gleich den ganzen Tresor mit.

Die Kriminalpolizei prüft indes fieberhaft, ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Einbrüchen und der neuerlichen Einbruchsserie in Bäckerei-Filialen in der Mecklenburgischen Seenplatte gibt. Denn im Herbst vergangenen Jahres waren unbekannte Täter auch schon in Neubrandenburg, Röbel, Altentreptow und Plau in Bäckergeschäfte eingestiegen. Doch da kann Polizeisprecherin Karen Lüdtke noch keine genaue Auskunft geben: "Ein Zusammenhang zwischen den Einbrüchen in Röbel, Neubrandenburg und Malchin ist momentan nicht zu erkennen", sagt sie. Die Ermittlungen laufen aber. Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die etwas zu dem neuerlichen Einbruch in Malchin sagen können.

Unliebsamen Besuche von Einbrechern musste auch Bäckermeister Olaf Jaretzke schon hinnehmen. Sie waren vor längerer Zeit in die Malchiner Filiale am Markt eingestiegen, berichtet er. "Und im Herbst letzten Jahres hatte ich dort noch zwei versuchte Einbrüche." Vor allen Dingen wundert er sich, dass der oder die Täter es immer nur auf die Malchiner Filale abgesehen haben. In seine drei Läden in Teterow und das Geschäft in Jördenstorf sei noch nie eingebrochen worden. Deswegen vermutet er, dass es sich immer um denselben Täter handelt. Der könnte sich auch stets für die Bäckerei Kadatz in Malchin interessiert haben.

Einbrüche in Backshops, davon könnte auch der Grimmener Hendryk Kühl ein Lied singen. Sein Unternehmen hat mehrere Filialen in der Region. In der Vergangenheit gab es dort immer wieder illegalen "Besuch", doch groß darauf eingehen will Kühl nicht mehr. Er hat mittlerweile seine Shops mit Alarmanlagen und Video ausgestattet. "Jetzt hat es nachgelassen", sagt er. Ganz verschont blieb bisher der Demminer Bäcker Uwe Bräsel, der auch in Gnoien ein Geschäft hat. "Zum Glück hatten wir noch nichts so Negatives", sagt er. "Wir lassen nachts kein Geld in den Filialen."

In die Läden der Bäckerei Hatscher aus Stavenhagen ist indes seit langer Zeit nicht mehr eingebrochen worden, berichtet Christiane Hatscher. "Wir lassen nachts auch kein Geld in den Filialen", betont sie. Deswegen mache der Einbruch dort auch keinen Sinn. Die Bäckerei Hatscher bezahle für eine Alarm-Aufschaltung bei der Polizei. Das koste zwar etwas. Dafür lebe man sicherer.

Olaf Jaretzke hat jetzt auch etwas in seinem Laden umgestellt. "Wir haben den Tresor jetzt besser befestigt", sagt er. So könne der Geldschrank nicht mehr ausgebaut werden. "Seit dem haben wir Ruhe", betont der Bäckermeister.