Start für gemeinsames Projekt:

"Schweiz" und Müritz basteln am Radwegenetz

Die Bürgermeister der Regionen wollen gemeinsame Sache machen: Das Dreieck Waren-Teterow-Malchin soll für Touristen und Einheimische noch einzigartiger werden. Per Fahrrad sollen sie bislang unbekannte Orte entdecken und dabei vielleicht auch mal einer alten Spukgeschichte lauschen können.

Wenn es um Radtourismus geht, wollen sie jetzt gemeinsame Sache machen: Norbert Möller, Jörg Lange und Reinhard Dettmann, die Bürgermeister in Waren, Malchin und Teterow (v. links).
Kirsten Gehrke Wenn es um Radtourismus geht, wollen sie jetzt gemeinsame Sache machen: Norbert Möller, Jörg Lange und Reinhard Dettmann, die Bürgermeister in Waren, Malchin und Teterow (v. links).

„Es ist nichts so gut, als dass man es nicht weiterentwickeln könnte.“ Warens Bürgermeister Norbert Möller brachte es in Malchin auf den Punkt. Dabei hat die Müritzregion eigentlich ein gut ausgebautes Radwegenetz. Aber reicht das? Den Müritzern nicht – sie wollen die Fühler Richtung Mecklenburgische Schweiz ausstrecken und die Regionen miteinander verbinden.

Um mehr Gäste anzulocken und auch den Einheimischen noch mehr zu bieten. Denn es gebe überall noch vieles zu entdecken. Auch Teterows Bürgermeister Reinhard Dettmann erhofft sich viel davon und sein Amtskollege Jörg Lange in Malchin hält eine Zusammenarbeit im Dreieck Waren-Teterow-Malchin ebenfalls für wichtig.

Mit anderen Bürgermeistern ländlicher Nachbargemeinden und dem Tourismusverband starteten sie am Dienstag im Rathaus Malchin ihre gemeinsame Sache: Sie wollen ein Radwegekonzept entwickeln – über die Grenzen hinaus. Das sei ein Novum in Mecklenburg-Vorpommern, dass alle zusammen kämpfen wollen, meinte Helmut von Maltzahn aus Ulrichshusen. Mit dem ehemaligen Rambower Pastor Eckart Hübener ist er einer der Initiatoren dieser Idee. Und stieß in den Kommunen auch gleich auf Interesse. Waren-Teterow-Malchin sei ein spannendes Dreieck, das noch nicht ganz entdeckt sei. Dabei sei es sogar das Herzstück der mecklenburgischen Kulturlandschaft.

Allerdings – noch ist alles Zukunftsmusik. Man müsse zuerst das Ziel klar nennen und das Geld dafür erst einmal bewusst hinten an stellen. Er sei aber zuversichtlich, dass verschiedene Stellen helfen werden, wenn das Konzept überzeugt. Und das soll es.

Auf dem Gespensterweg versteckte Orte entdecken

Jörg Lange verglich den Plan mit den Musikern in einem Orchester. „Bisher hat jeder sein eigenes Stück gespielt. Jetzt spielen wir gemeinsam.“ In den letzten 25 Jahren sei eine Menge in den Regionen passiert. Das sollte nun vernünftig zusammengeführt und die Lücken geschlossen werden. Auch wenn die Kreise Mecklenburgische Seenplatte und Rostock eigene Radwegekonzepte haben, sei es wichtig, über die Grenzen hinweg zu schauen, hieß es vom Tourismusverband der Seenplatte. Radtourismus sei eines der wichtigsten Segmente im ländlichen Raum.

Die Idee sei es, Gästen bisher unbekannte Details zu zeigen, so Eckart Hübener. Für die Gegend um Ulrichshusen in der Gemeinde Moltzow hat er solche bereits aufgespürt und erforscht. Versteckten Orte gebe es aber überall – ob Kirchen, Mühlen, Ziegeleien, Schmieden oder Hünengräber. Orte der Geschichte eben. Spezielle Themenwege könnten Touristen in diese Ecken führen: Von Gutshof zu Gutshof könnten sie fahren, den Weg zu Quellen und Brunnen nehmen oder einen Pilgerweg zu Kirchen und Kapellen. Auch ein Gespensterweg sei denkbar, auf dem vor Ort Spukgeschichten erzählt werden. „Dafür brauchen wir die Menschen in den Regionen“, erklärte Hübener. Denn allein auf öffentlichen Straßen werde man an diese Orte nicht gelangen.

Dass die Kommunen im „Dreieck“ zusammenarbeiten wollen, das formulierten sie in einem Schreiben an die Landräte beider Kreise, an das Entwicklungs- und Energieministerium und an den Ministerpräsidenten. Denn man müsse vorne auf der Liste stehen, wenn es um die Vergabe von Fördermitteln für Radwege geht. Zunächst wollen die Verbündeten ein Gremium bilden, das das Konzept erarbeiten soll.

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