Rathaus-Affäre:

Skandal-Stadträte kommen billig davon

Tausende Euros haben zwei Mitarbeiter der Malchiner Stadtverwaltung zu Unrecht kassiert. So genannte Aufwandsentschädigungen. Zwei Jahre brauchten die Behörden um die Affäre aufzuarbeiten. Nun ist eine Einigung greifbar. Die sieht vor, dass die beiden den Großteil des Geldes nun behalten dürfen.

Nach zwei Jahren soll nun wieder Ruhe einziehen im Malchiner Rathaus. Unter der Entschädigungsaffäre hatten vor allem auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zu leiden.
Torsten Bengelsdorf Nach zwei Jahren soll nun wieder Ruhe einziehen im Malchiner Rathaus. Unter der Entschädigungsaffäre hatten vor allem auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zu leiden.

Exakt zwei Jahre nach Bekanntwerden der sogenannten Entschädigungsaffäre im Malchiner Rathaus liegt jetzt offenbar eine Einigung auf dem Tisch. Die soll alle Streitereien der Beteiligten beenden. Die Anwälte der beiden Stadträte hatten dazu einen Vergleich vorgelegt.

Und so sieht der aus: Von den 94 Monaten, in denen die beiden Stadträte Manuela Rißer und Jochen Banek zwischen 2005 und 2012 eine zu hohe Aufwandsentschädigung kassiert haben, sollen sie jetzt lediglich für 22 Monate eine Rückzahlung leisten. Das sind gerade einmal 1100 Euro für jeden. Zum Vergleich: In den acht Jahren hatten die beiden zusammen 9400 Euro zu Unrecht erhalten.

Keine Rückzahlung an die Stadtkasse

Das Geld soll aber nach Informationen unserer Zeitung nicht etwa auf dem Stadtkonto landen, sondern gemeinnützigen Vereinen in der Stadt oder im Amtsbereich Malchin zugutekommen. Stadträtin Manuela Rißer und Jochen Banek, den die Abgeordneten inzwischen als Stadtrat abgewählt haben, sollen sich dabei offenbar die Vereine selbst aussuchen.

Bürgermeister Jörg Lange wollte die Einigung bisher noch nicht offiziell bestätigen, da derzeit noch juristische Prüfungen des Kompromisses laufen. Allerdings haben die Stadtvertreter dem Vergleich bereits mehrheitlich zugestimmt – „damit das ganze Theater endlich ein Ende hat“, wie es aus den Reihen der Abgeordneten heißt.

Dafür hat der Bürgermeister jetzt aber eine andere brisante Zahl genannt. Für die Rechtsstreitereien um die Entschädigungszahlungen musste die Stadt nämlich bisher 4400 Euro hinblättern.

Weiterführende Links