Pädagogisch sinnvoll?:

Späterer Schulstart treibt Eltern auf die Barrikaden

In Dargun brennt die Luft. Künftig sollen Schüler hier erst ab 8.30 Uhr in den Klassenräumen sitzen. Viel zu spät, kritisieren Eltern. Sie fühlen sich von den Plänen der Schule überrollt und wehren sich gegen die neuen Unterrichtszeiten.

Darguner Schüler sollen künftig mehr als eine Stunde später als bisher mit dem Unterricht starten.
Eckhard Kruse Darguner Schüler sollen künftig mehr als eine Stunde später als bisher mit dem Unterricht starten.

Es kam für die Eltern völlig überraschend. Der Unterricht in der Grund- und Regionalschule Dargun soll ab kommendem Schuljahr statt um 7.15 Uhr erst um 8.30 Uhr beginnen. Damit würde der Alltag vieler Familien durcheinandergebracht. Es regt sich Widerstand. Die Elternräte der Klassen bereiten eine Unterschriftensammlung vor. Denn sie fühlen sich vor den Kopf gestoßen. Mit offenbar fadenscheinigen Begründungen wolle die Schule das neue Modell den Eltern verkaufen. Doch die wollen sich nicht täuschen lassen.

Angeblich soll es der Wunsch des Schülerverkehrs gewesen sein, doch dem habe die Verkehrsgesellschaft widersprochen, wie ein aufgebrachter Vater erzählt. Seinen Namen will er lieber nicht öffentlich genannt sehen, weil er Nachteile für seine Kinder befürchtet. Er und seine Frau arbeiten in Schichten, müssen um 5.45 Uhr beziehungsweise 6.45 Uhr beim Job sein, haben zudem noch bis zu einer halben Stunde Anfahrtsdauer.

Früher Beginn dank Ausnahmeregelung

„Es würde für uns und die Kids bedeuten, dass sie ab 6 Uhr in den Frühhort gehen müssen, dort spielen und toben. Um 8.30 Uhr sind sie dann schon so erledigt, dass sie mit Sicherheit nicht mehr aufnahmefähig sind“, glaubt er. Zudem werde die Freizeitgestaltung eingeschränkt, weil sich der Unterricht nach hinten verschiebt. In anderen Familien sei die Situation ähnlich.

Grundschulleiterin Rita Schaffrinna hält dagegen. Für einen nicht allzu frühen Unterrichtsbeginn würden gute Argumente sprechen, erklärt sie. Die Kinder könnten besser lernen. Ausgeschlafen seien sie konzentrierter. Für Dargun gelte bisher eine Ausnahmeregelung von 7.15 Uhr. Der übliche Unterrichtsbeginn liege aber zwischen 7.30 und 8.30 Uhr. Diesen Spielraum habe eine Schule. Die Idee, sich von 7.15 Uhr zu verabschieden, sei aus dem Kollegenkreis gekommen, weil die Pädagogen einen späteren Start für sinnvoll halten. Noch sei ja auch gar nichts in Papier und Tüten, sagt die Schulleiterin. Ein abschließender Beschluss vom Landkreis stehe noch aus, stellt sie klar. Mit dem Kraftverkehr sei man in Kontakt.

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Kommentare (2)

Schlafforscher plädieren inzwischen dafür, erst um 9 oder um 10 Uhr mit dem Unterricht zu beginnen! So lernt man besser. Die Schule ist ja keine Aufbewahrungsanstalt, sondern Kinder sollten dort so gut und so viel wie möglich lernen.

und bitte nur bis 12.00 Uhr Unterricht. Danach werden die Kinder wieder müde und unkonzentriert.