Umstrittener Einbahnstraßen-Plan in Malchin:

Sperrung der Markt-Straße - Droht das Chaos?

Mit immer neuen Einbahnstraßen will die Stadt Malchin die Autofahrer aus der Innenstadt vertreiben. Doch ob das wirklich gelingt, da gibt es immer mehr Zweifel. Zumal Anwohner an den Ausweichstrecken schon mal Schlimmes befürchten.

Die Straße am Markt durch das Gerüst am Kirchturm betrachtet. Schon bald soll die Straße nur noch von Ost nach West befahrbar sein.
Torsten Bengelsdorf Die Straße am Markt durch das Gerüst am Kirchturm betrachtet. Schon bald soll die Straße nur noch von Ost nach West befahrbar sein.

Der Plan ist zwar schon ein paar Jahre alt, doch nun scheinen es Malchins Stadtväter ernst zu meinen: Autofahrern soll es so schwer wie möglich gemacht werden, durch die Innenstadt zu kommen. Wenn erst die Straße am Markt Einbahnstraße ist, wird wohl vielen Autofahrern die Lust vergehen, durch das Stadtzentrum zu kurven. Doch hat man im Rathaus wirklich bedacht, was die Folgen wären? Einige Anwohner melden da jetzt ernsthafte Zweifel an. Wer zum Beispiel hinter dem Rathaus wohnt, könnte künftig unruhigen Zeiten entgegensehen. Denn viele Autofahrer würden wohl diese Route wählen, wenn sie am Markt nicht mehr vorbeikommen, meinte eine Anwohnerin am Mittwochabend in der Stadtvertreter-Sitzung. Von der Wargentiner Straße wäre es doch viel einfacher, nach rechts abzubiegen, als den Umweg über die Dressel-Straße zu nehmen, befürchtet sie. Und es gibt noch mehr Bedenken: So könnten Fremde in dem Einbahnstraßen-Geflecht völlig den Überblick verlieren und dann durch die Nebenstraßen irren.

So richtig scheint man sich im Rathaus darüber noch keine Gedanken gemacht zu haben. "Derzeit sind die Basedower und die Wargentiner Straße noch Durchgangsstraßen durch die Stadt. Das wollen wir künftig nicht mehr", verteidigt Bürgermeister Jörg Lange (parteilos) die angedachte Einbahnstraßenregelung am Markt. Wer dennoch versuchen sollte, durch die Innenstadt zu kommen, soll dann über die Dressel- und Achterstraße umgeleitet werden. Ob das funktioniert, kann aber offenbar niemand garantieren. "Da haben sich Fachleute richtig Gedanken gemacht", sagt der Bürgermeister. Man wolle die Einbahnstraßenregelung jetzt erst einmal einführen und dann abwarten, ob es Beschwerden gibt. Doch ob sich dann noch einmal wieder etwas ändern lässt?

Ob sich die Stadt mit ihrem Plan durchsetzt, ist ohnehin noch völlig unklar. Vor gut sechs Jahren hatte die Kreis-Straßenbehörde die Einbahnstraße am Malchiner Markt schon einmal abgelehnt. Allerdings hatte damals die Stadt auch noch kein Verkehrskonzept, aus dem hervorging, wie man denn sonst durch Malchins Zentrum kommt.

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