Gewerbesteuer:

Sprudelt in Teterow die Millionen-Quelle weiter?

2016 konnte Teterow ein Allzeithoch an Steuern verbuchen. Dazu trägt auch der hiesige Schlachtbetrieb bei. Der allerdings wurde Anfang des Monats von einem dänischen Konzern übernommen. Nun geht die Angst um, dass dieser seine Gewerbesteuer nicht mehr in der Stadt abdrücken will.

Gewerbesteuern sind eine der wenigen eigenen Einkünfte der Stadt. Im Teterower Rathaus hofft man, dass die erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre auch nach dem Betreiberwechsel am Schlachthof anhält.
NK-Bildmontage mit Fotos: E. Rogmann, © magele-picture - Fotolia.com Gewerbesteuern sind eine der wenigen eigenen Einkünfte der Stadt. Im Teterower Rathaus hofft man, dass die erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre auch nach dem Betreiberwechsel am Schlachthof anhält.

Seit Anfang April gehört der Teterower Schlachtbetrieb zum dänischen Konzern Danish Crown. Der Fleischverarbeitungskonzern mit Sitz im dänischen Randers steht mit 26.000 Mitarbeitern und acht Milliarden Euro Jahresumsatz in der Branche europaweit an der Spitze. Der Eigentümerwechsel aber führt bei Teterows Stadtvertretern zu Überlegungen, ob der Betrieb auch künftig seine Gewerbesteuer an die Kommune zahlen wird.

Denn der Schlachthof mit seinen knapp 190 Beschäftigten und 150 Millionen Jahresumsatz gehört nicht nur zu den größten Betrieben in der Stadt, sondern ebenso zu jenen, die stets ansehnlich zum Gewerbesteueraufkommen im Stadtsäckel beigetragen haben. Hintergrund ist das Beispiel Stavenhagens, das die Teterower vorsichtig gestimmt hat. Vor drei Jahren erlebte die Reuterstadt, die sich bislang sprudelnder Steuereinnahmen erfreute und schuldenfrei dastand, einen jähen Absturz.

Stabile Finanzplanung für das kommende Jahr

Der Hamburger Unilever-Konzern, zu dem das Pfanni-Werk in Stavenhagen gehört, forderte Steuern in Höhe von über 20 Millionen Euro zurück. Die Steuern würden am Standort des Mutterkonzerns fällig und der sei eben Hamburg und nicht Stavenhagen, hieß es. Angesichts dieses Betrags war die Stadt finanziell völlig überfordert. Ein rigoroser Sparkurs war die Folge. Im Teterower Rathaus ist deshalb der Eigentümerwechsel des Schlachthofes höchst aufmerksam zur Kenntnis genommen worden. Welche Konsequenzen sich allerdings daraus ergeben, ist derzeit noch unklar.

Wie Bürgermeister Reinhard Dettmann (parteilos) auf Nachfrage äußerte, sei die Veränderung gewerblich noch gar nicht registriert. Solange man amtlicherseits nichts Schriftliches auf dem Tisch habe, bleibe die Stadt beim status quo. Im vergangenen Jahr konnte Teterow mehr als 4,4 Millionen Euro Gewerbesteuern verbuchen – 1,2 Millionen mehr als geplant. Für die nächsten Jahre sieht die Finanzplanung ein stabiles Steueraufkommen in der Größenordnung von 4,3 Millionen Euro vor.