Gegenveranstaltung angemeldet:

Stavenhagen bietet Rechten Paroli

Wenn am Donnerstag die NPD in der Reuterstadt ihre rechtsradikalen Parolen herausposaunen will, wird sie auf Widerstand stoßen. Die Stavenhagener rufen zum Protest auf.

Der Beschallung durch die NPD wollen die demokratischen Kräfte Stavenhagens am Donnerstag eine Veranstaltung „Für Demokratie und Toleranz“ entgegensetzen.
Eckhard Kruse/NK-Grafik Der Beschallung durch die NPD wollen die demokratischen Kräfte Stavenhagens am Donnerstag eine Veranstaltung „Für Demokratie und Toleranz“ entgegensetzen.

Einfach hinnehmen will es die Reuterstadt offenbar nicht, dass die Neonazis am Donnerstag in Stavenhagen eine Kundgebung abhalten wollen. „Unsere Stadt ist demokratisch genug, um den Feinden der Demokratie Einhalt zu gebieten“, erklärte Bürgermeister Bernd Mahnke am Dienstag entschlossen. Für die zweistündige NPD-Versammlung am Markt hätten sich gerade mal zehn Rechtsradikale angemeldet. Solche Info-Stände seien schon öfter in der Stadt aufgebaut worden. „Es wird also keinen NPD-Aufmarsch in Stavenhagen geben“, stellte er klar. „Die zehn Leute halten wir aus“, so Mahnke. Nach einer Beratung unter anderem mit dem Stadtpräsidenten Klaus Salewski habe man sich darauf geeinigt, auf Aktionen, wie etwa eine Verhüllung des Reuterdenkmals, zu verzichten, um keine zusätzliche Aufmerksamkeit zu erregen.

Unterdessen hat der Landtagsabgeordnete der Linken, Peter Ritter, beim Landkreis eine Gegenveranstaltung „Für Demokratie und Toleranz“ beantragt. Diesen Protest will laut Bürgermeister die Reuterstadt unterstützen. Für Ritter, der sein Wahlkreisbüro in der Reuterstadt hat, kam es überraschend, dass die Neonazis nach Stavenhagen kommen. Dass sie in Waren etwas machen, sei ihm klar gewesen, weil sie auf der Müritz-Sail nicht aufmarschieren durften. Es sei immer die Frage, ob man den „Auftritt“ der NPD unwidersprochen lässt oder ignoriert. „Ich plädiere immer dafür, dass man sich zeigt“, so Ritter weiter.

Er glaubt, dass die NPD schon das nächste Jahr mit den Landtagswahlen im Blick habe. Deshalb werde man sich darauf einstellen müssen, dass „solcherlei Unsinn“ öfter auftaucht. Dagegen müsse eine Strategie entwickelt werden. Die Neonazis hätten nur noch ein Thema, die Ausländerproblematik. Das habe in Stavenhagen wenig mit der Realität zu tun. Die Ausländer, die hier leben, seien gut integriert. Deshalb seien die „platten Sprüche“ der NPD schon sinnlos, bevor sie gesagt würden. Trotzdem wollen die Stavenhagener am Donnerstag Flagge zeigen, so wie die Warener am Dienstag.

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