Protest:

Stavenhagener laufen gegen den Fremdenhass

Die fremdenfeindliche MVgida hatte sich am Freitag für ihren Abendspaziergang erstmals die Reuterstadt ausgesucht. Die dumpfen Parolen über eine angeblich falsche Asylpolitik blieben allerdings bei Weitem nicht unwidersprochen.

Herz statt Hetze hieß es auf der Gegenkundgebung auf dem Reuterplatz.
Torsten Bengelsdorf Herz statt Hetze hieß es auf der Gegenkundgebung auf dem Reuterplatz.

 „Herz statt Hetze“ stand auf dem Transparent, das am Freitagabend die 18-jährige Elisa mit am Stavenhagener Reuterplatz festhielt. „Ich denke, dass wir hier in Stavenhagen mit Herz in der Überzahl sind. Die Stavenhagener sind hoffentlich nicht begeistert von dem Zug da drüben“, meinte die Schülerin. Etwa 100 Leute hatten sich auf dem Reuterplatz versammelt, um dem fremdenfeindlichen MVgida-Umzug ihre Meinung entgegen zu setzen. Die meisten der Asyl-Gegner waren Angereiste, unter ihnen der NPD-Kreistagsabgeordnete Norman Runge aus Burg Stargard. Trotz ihrer fremdenfeindlichen Lautsprecher-Parolen beklagten sie sich allen Ernstes, ihre Meinung nicht frei äußern zu dürfen.  Schuld an einer angeblich falschen Asylpolitik sei auch die Stavenhagener Stadtvertretung, in der immer noch die „realitätsferne Linke“ das Sagen habe.

Am Reuterplatz konnte derweil Stadtpräsident Klaus Salewski (Die Linke) nur mit dem Kopf schütteln. „Besonders verwerflich finde ich, dass die auch noch in der Geschwister-Scholl-Straße ihre Kundgebung abhalten. Die wissen wahrscheinlich gar nicht, wer die Geschwister waren.“ Vielleicht sei das Ganze aber auch nur eine Provokation. Salewski bedankte sich, dass die Stavenhagener so zahlreich Flagge zeigten. Bis zur Stunde sei noch kein einziger Flüchtling in Basepohl eingetroffen. Er rechne allerdings damit, dass bis Weihnachten an die 700 Menschen in die ehemalige Bundeswehr-Kaserne kommen würden.

Die MVgida-Leute zogen derweil weiter zum Marktplatz, auf ihrer Abschluss-Kundgebung waren es hier aber schon weit weniger Teilnehmer. Die Polizei, die mit etwa 80 Kräften vor Ort war, hatte es an einigen Stellen im Stadtgebiet mit Rangeleien zu tun, als einige junge Leute sich dem fremdenfeindlichen Zug entgegen stellen wollten und sich heftige Wortgefechte lieferten. Ansonsten blieb es friedlich an diesem Abend in der Reuterstadt. Gegen 21 Uhr war der Spuk auch schon wieder vorbei.

 

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Kommentare (1)

Demonstranten konnten die beiden Veranstaltungen aus dem Haus locken. Dazu noch 80 Polizisten. Ist den Stavenhagenern dieses Thema zu unwichtig das man nicht auf die Straße geht? Das ist das wichtigste kommunalpolitische Thema seit der Wende. Leider geht die bürgerliche Mitte irgendwie verloren, entweder gibt es zur Zeit nur Nazis oder Gutmensch. Wenn aber selbst Steinmeier heute mit juristischen Schritten die EU Mitglieder in Sachen Flüchtlingsaufnahme droht, sollte man nicht alles kritische in die rechte Ecke drängen. Also Leute egal ob links oder rechts, raus auf die Straße und schreit heraus was euch bewegt. Aber mit dem Blick nach Leipzig mahne ich nur, keine Gewalt!!