Fernseh-Pustekuchen:

Stavenhagenerin gewinnt Traumjob und verliert ihn gleich wieder

Für eine Stavenhagenerin war es nur ein Traumjob für wenige Wochen. Sie gewann in einer RTL2-Sendung die Stelle als Konditorfachverkäuferin in Malchin, doch der Arbeitgeber musste kurz nach der Aufzeichnung seine Pläne ändern.

In der Bäckerei Hatscher setzt man nicht aufs Fernsehen, aber auf spanische Azubis. Patricia Barriuso Saenz  - hier mit Bäckermeister Christoph Hatscher - begann 2014 in Stavenhagen eine Bäckerlehre.
Kirsten Gehrke/NK-Archiv In der Bäckerei Hatscher setzt man nicht aufs Fernsehen, aber auf spanische Azubis. Patricia Barriuso Saenz  - hier mit Bäckermeister Christoph Hatscher - begann 2014 in Stavenhagen eine Bäckerlehre.

Sie hatte sich schon so auf den neuen Job gefreut. Marlene Hermann-Wolff wollte aus Köln zurückkehren und mit der neuen Arbeitsstelle als Filialleiterin der Grammentiner Konditorei Komander in ihrer alten Heimat neu durchstarten. Die 33-Jährige gewann die Show "Mein Traumjob - Die Chance meines Lebens". Sie setzte sich in der am Donnerstag ausgestrahlten RTL2-Sendung gegen zwei Mitbewerberinnen durch und wollte wieder in Stavenhagen in der Nähe ihrer Familie wohnen. Hier könne man anders als in Köln seine Kinder auch um 18 Uhr noch einmal zum Einkaufen schicken, sagte sie.

Doch die Freude von Marlene Hermann-Wolff dauerte offenbar nur wenige Wochen an. Denn der Grammentiner Konditormeister Peter Komander musste sie leider wieder kündigen. Weil er seine Filialpläne in Malchin ad acta legte - aus gesundheitlichen Gründen. Wie die 33-Jährige mit dem Rückschlag umgeht, sagte der Sender nicht.

Azubi-Glück mit Spaniern und Ungarn

Und von wegen Traumjob: Konditorei-Fachverkäufer - so begehrt ist diese Arbeit nun doch nicht. "Als Fachverkäufer muss ich rechnen können. Und dafür kann ich nicht die Finger benutzen", sagt die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Müritz-Demmin, Marlies Händschke. Und auch in der Backstube müsse die Fachverkäuferin mit dabei sein, um die Kunden später zu speziellen Fragen auch beraten zu können. Ein Traumjob sei das nicht gerade, vor allem für junge Leute nicht. "Die träumen eher von wenig Arbeit und viel Geld." Deshalb sei es auch schwer, die richtigen Leute für diesen Job zu finden.

Ganz ähnlich sieht es bei den Bäckern aus. "Zusammen mit den Fleischern haben wir hier die größten Nachwuchssorgen", sagt Frau Händschke. Bäckermeister Roland Hatscher kennt diese Probleme. Der Bäckerberuf ist zwar sehr schön und vielseitig, durch viele technische Erleichterungen auch nicht mehr so hart wie früher. Doch es sei schwer Bäcker-Azubis zu finden. Die Bäckerei Hatscher bietet deshalb mittlerweile EU-weit Ausbildungsplätze an und hat dafür bereits Ungarn und Spanier eingestellt. Vor allem von den Spaniern ist Roland Hatscher sehr überzeugt: "Die sind bei der Arbeit sehr motiviert."

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung