Nach Reinfall im Vorjahr:

Steigt Malchin bei Europa-Treffen aus?

Überraschend hat der Bürgermeister seine Teilnahme am Städtepartner-Fest in Luxemburg abgesagt. Und das mit einer erstaunlichen Begründung. Nach den Querelen vom Vorjahr sorgt seine Entscheidung jetzt für reichlich Spekulationen.

2015 waren die Europäer in Malchin zu Gast. Das Treffen der Städtepartner war in die Kritik geraten: zu teuer für viel zu wenig Resonanz in Malchin.
Torsten Bengelsdorf 2015 waren die Europäer in Malchin zu Gast. Das Treffen der Städtepartner war in die Kritik geraten: zu teuer für viel zu wenig Resonanz in Malchin.

Ein Name fehlt auf der Liste, wenn sich Anfang Juni eine Delegation auf den Weg nach Luxemburg macht – in die Malchiner Partnerstadt Hesperingen. Beide Malchiner Vize-Bürgermeister sind dabei, zwei Busfahrer, 13 Fußballer des FSV, 23 Schüler und Lehrer der Musikschule, fünf Rathaus-Leute und fünf Stadtvertreter. Nur Bürgermeister Axel Müller (CDU) wird beim diesjährigen Europart-Treffen der drei Städtepartner Malchin, Hesperingen und dem ungarischen Szerencs nicht dabei sein. Und das sorgt nach der Pleite vom vergangenen Jahr jetzt für viele Spekulationen.

Damals war Malchin Austragungsort des Jugendtreffens. Trotz der hohen Kosten, die die Stadtverwaltung mit etwa 30 000 Euro angab, hatten die meisten Malchiner nicht viel mehr als die auf dem Marktplatz aufgezogenen Staatsflaggen der drei Länder bemerkt. Die Stadtverwaltung hatte versäumt, das Treffen in dafür geeigneten Medien bekannt zu machen. Außerdem war es der Stadt anders als in den Vorjahren nicht gelungen, an Fördermittel für das Europart-Treffen heranzukommen. Nun also sagt sogar Malchins Bürgermeister seine Teilnahme schon im Voraus ab. Steigt Malchin damit allmählich aus den teuren Jugendbegegnungen aus?

Malchin zahlt drauf, Luxemburger kassieren Förderung

„Ich habe zum Zeitpunkt des Treffens in Luxemburg eine Einladung zum 25-jährigen Bestehen des Malchiner Fuhrunternehmens Wapner“, erklärt Bürgermeister Müller. Und die einheimische Wirtschaft sei ihm nun einmal sehr wichtig. Allerdings wird Müller wohl kaum fünf Tage lang mit dem Transportunternehmer feiern. So lange aber dauert das Europart-Treffen in Hesperingen. Genügend Zeit also, um beide Termine wahrzunehmen. Axel Müller hat sich aber anders entschieden: „Ich werde in meinem Urlaub nach Luxemburg fahren.“ Das habe er auch schon mit seinem Amtskollegen in Hesperingen so abgestimmt. Der hätte sich übrigens im Fall eines Firmen-Jubiläums ganz genau so entschieden, versichert Malchins Rathaus-Chef.

Die luxemburgische Gemeinde muss übrigens – anders als Malchin – nicht für die Kosten des Treffens aufkommen. Auf einmal ist nämlich genügend Geld da. Gleich 150.000 Euro Fördermittel stehen für Europart in den Jahren 2016 bis 2018 bereit. Das Geld fließt auf das Konto der Luxemburger.

 

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