Flugzeugabsturz über dem Kummerower See:

Stilles Gedenken an den Todesflug der JU 188

70 Jahre nachdem eine Junkers der deutschen Luftwaffe in den Kummerower See stürzte, besucht die Tochter eines der Opfer die Unglücksstelle. Schon gibt es Pläne, das Flugzeugwrack zu bergen.

Wilfried Schober hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, Zeugen des Flugzeugabsturzes von 1943 zu finden. Er will einen Film über das Unglück drehen und die Maschine vielleicht sogar einmal bergen.
Torsten Bengelsdorf Wilfried Schober hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, Zeugen des Flugzeugabsturzes von 1943 zu finden. Er will einen Film über das Unglück drehen und die Maschine vielleicht sogar einmal bergen.

Es passierte am letzten Juni-Tag des Jahres 1943. Sogar die Uhrzeit ist bekannt. Gegen 15.40 Uhr hat sich an diesem Sommertag auf dem Kummerower See eine schreckliche Tragödie ereignet. Ein Kampfflugzeug der deutschen Luftwaffe überflog in äußerst geringer Höhe den langgezogenen See. Plötzlich stürzte die Junkers ins Wasser und versank. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist bis heute nicht geklärt. „Es war wohl so, dass eine Tragfläche Wasserberührung hatte und die Maschine dadurch nicht mehr zu halten war“, vermutet der Neukalener Wilfried Schober.

Er sucht seit längerer Zeit bereits Zeugen des Unglücks, plant sogar zusammen mit einem Rostocker Kameramann einen Film über den Flugzeugabsturz. Gesehen hat den Untergang wohl niemand und so ist es bisher auch unklar, ob das als Bomber oder Aufklärer eingesetzte Kampfflugzeug aufgrund eines einfachen Wendemanövers aufs Wasser stieß oder möglicherweise von einem englischen Flugzeug gejagt und schließlich über dem See abgeschossen wurde. Der vom Luftdienstkommando in Rerik gestartete Übungsflug endete für die drei Besatzungsmitglieder tödlich. Ihre sterblichen Überreste ruhen zusammen mit der Unglücksmaschine immer noch auf dem Grund des Kummerower Sees. Sommer 2013: Genau 70 Jahre nach dem Absturz suchte jetzt die Tochter des damals mit abgestürzten Fluglehrers Willi Berendt den Ort der Tragödie auf. Die Frau lebt heute im Erzgebirge. Zusammen mit Darguns Pastor Klaus Hasenpusch und Wilfried Schober fuhr sie hinaus zur Absturzstelle. „Sie wollte natürlich keine Öffentlichkeit dabei haben. Wir haben eine kleine Andacht gehalten. Die Tochter hat dann einen Korb Rosen ins Wasser gestreut und es gab eine Gedenkminute“, berichtet Schober.

Wo genau das Flugzeug im See liegt, will Schober nicht verraten. Er weiß es aber ganz genau, hat nach eigenen Angaben sogar schon Fotos von den Wrackteilen gesehen. Den Neukalener lässt ein Ziel nicht mehr los: Er will das Flugzeug bergen. „Von der JU 88 oder 188 sind so wenige erhalten geblieben, dass man das Wrack in einem Technikmuseum zeigen könnte“, stellt sich der Neukalener vor. Seine Bemühungen stehen noch ganz am Anfang und nicht jeder ist begeistert von der Idee. Auch die Tochter des verunglückten Fluglehrers möchte lieber, dass die Ruhe an der Absturzstelle bewahrt bleibt.