Rausreden zwecklos:

Stopp, Polizei! Etliche Laster ignorieren Sperrung

Seit Wochen ist Gnoien für Lkw tabu. Doch immer wieder versuchen Brummi-Fahrer, an den engen Baustellen vorbei zu kommen. Das wurde für einige jetzt wieder so richtig teuer. Die Polizei bekommt es dabei immer wieder mit ziemlich kuriosen Ausreden  zu tun.

Wieder einen erwischt. Vor der Baustelle auf der Gnoiener Ortsdurchfahrt zieht Polizist Günther Körner immer wieder Brummis aus dem Verkehr, die hier zurzeit nichts zu suchen haben.
Torsten Bengelsdorf Wieder einen erwischt. Vor der Baustelle auf der Gnoiener Ortsdurchfahrt zieht Polizist Günther Körner immer wieder Brummis aus dem Verkehr, die hier zurzeit nichts zu suchen haben.

Das Warnsystem der Laster-Fahrer scheint an diesem Morgen nicht so richtig zu funktionieren. Obwohl die Polizei schon eine ganze Weile an der Gnoiener Stadtausfahrt nach schweren Fahrzeugen Ausschau hält, steuert immer wieder mal ein Lkw in die Kontrollstelle. Pech gehabt. Denn eigentlich haben Lkw in diesen Wochen in Gnoien gar nichts zu suchen.

Die Straßenbauer haben die Ortsdurchfahrt immer noch fest im Griff. Gleich an zwei Stellen wird gearbeitet und die Fahrzeuge kommen nur auf einer Spur an den Buddeleien vorbei. Das ist für Laster einfach zu eng. Deswegen muss alles, was schwerer als 3,5 Tonnen ist, einen großen Bogen um die Warbelstadt machen. Nur Anlieger dürfen durch. Und wer in der Stadt etwas zu erledigen hat. Soweit die Theorie.

Dem langjährigen Polizisten macht keiner was vor

Dass einige Brummi-Fahrer über die Verbotsschilder großzügig hinwegsehen, das müssen Günther Körner und Ramona Nagel auch an diesem Vormittag feststellen. Die beiden Polizisten eilen immer wieder mit der Anhaltekelle auf die Fahrbahn und leiten die Lkw auf die Abfahrt nach Bad Sülze. Kontrolle: „Wohin wollen Sie? Haben Sie denn das Schild nicht gesehen?“

Seit einigen Wochen schon hat die Polizei die Gnoiener Stadtdurchfahrt verstärkt ins Visier genommen. Die Ausreden, die die Beamten dann von den Lkw-Fahrern zu hören bekommen, sind mitunter ganz schön abenteuerlich, berichtet Günther Körner. Er kennt sich aus in Gnoien. So schnell macht dem langjährigen Polizisten keiner etwas vor. Von wegen: Kies abladen auf der Baustelle. Die Straßenbaufirma hat dafür ihre eigenen Fahrzeuge. Die Nummer zieht also nicht. 75 Euro werden fällig für Lkw, die keinen Auftrag oder einen anderen Beleg für Gnoien vorzeigen können.

Gefahr für die Bauarbeiter

„Denken Sie auch mal an die Bauarbeiter? Wie gefährlich deren Arbeit ist, wenn Sie mit dem großen Lkw auf der schmalen Fahrbahn vorbeikommen?“ fragt Körner einen der erwischten Brummi-Fahrer. Der Mann versucht es erst gar nicht mit einer Ausrede. Fahrzeugschein, Führerschein, Personalausweis händigt er den Beamten kleinlaut aus.

Schwierig wird es mit einem irischen Laster. Die Bußgeldstelle wird den Fahrer zu Hause kaum erreichen. Also muss der Mann gleich bezahlen. Geld hat er natürlich nicht dabei. Aber eine Bankkarte. Die Polizei begleitet ihn zum nächsten Automaten, auch wenn der Fahrer zunächst so tut, als wenn er nichts verstehen würde.

Bis Ende Oktober soll Gnoien das Schlimmste überstanden haben, was die Straßenbaustellen angeht. Solange bleiben die Lkw noch ausgesperrt in der Warbelstadt. Und so lange werden Günther Körner und seine Kollegen auch immer mal wieder nach Verkehrssündern Ausschau halten. Nicht um abzuzocken, wie den Beamten auch an diesem Vormittag einer der Lkw-Fahrer vorwirft. Sondern vor allem wegen der Sicherheit auf den Baustellen.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung