Seltenes Naturschauspiel:

Storchen-Rowdys belagern das Stavenhagener Schloss

Dass gleich 14 Störche auf dem Schloss gelandet sind, hat es wohl noch nie in Stavenhagen gegeben. Einwohner wundern sich, woher die Tiere so plötzlich so zahlreich kommen. Ist das etwa ein Hinweis auf einen Geburten-Boom in der Stadt? Oder haben die Störche etwa böse Absichten?

Erich Penz Seltenes Schauspiel und Rätselraten in der Stadt. Wieso landen mitten in der Brutzeit 14 Störche auf dem Stavenhagener Schloss?

Sage und schreibe 14 Störche landeten auf dem Schloss der Reuterstadt. Unser Leser Erich Penz entdeckte die Tiere am Sonntagabend, zückte seine Handy-Kamera und schoss ein paar Bilder. Wenn es stimmt, was dem Storch nachgesagt wird, dann müssten in dem Haus, auf dem er landet, bald Kinder geboren werden. Doch weil im Schloss nun niemand wohnt und es zugleich das städtische Rathaus ist, würde sich der Kindersegen wahrscheinlich auf die ganze Stadt beziehen. Vielleicht kommen die Adebare auch als Glücksbringer daher und bringen ein Stück Hoffnung, dass Stavenhagen endlich seine Schuldenkrise mit vielen Millionen Euro Minus hinter sich lassen kann.

Die „Storchenmutter“ der Region, Bärbel Brod aus Altentreptow, wusste aber gleich Bescheid, als sie von dem Trupp hörte. Sie spricht von einer marodierenden Bande. „Das sind Störche, die noch nicht geschlechtsreif sind“, erläuterte sie. Die schlössen sich zu solchen Gruppen zusammen. Manchmal gesellten sich auch einige Weibchen dazu. Die Storchendamen würden nämlich erst nach drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Bei den männlichen Rotbeinen dauere es mitunter sogar ein Jahr länger.

Sie picken Eier auf oder stoßen die Jungen aus dem Nest

Solange zögen diese Halbstarken gemeinsam durch die Gegend. Sie schauten sich die Nahrungsplätze an. Zu zweit oder zu dritt würden sie auch belegte Horste anderer Störche angreifen. Manchmal würden die Eier aufgepickt. Oftmals werfen sie die Brut oder die Jungen aus den Nestern, wusste Bärbel Brod aus ihrer Erfahrung aus rund 30 Jahren als „Storchenmutter“.

Im Altkreis Malchin konnte sie in diesem Jahr insgesamt 19 Storchenpaare ausmachen, die einen Horst belegt haben. Probleme gebe es wie schon im vergangenen Jahr in Malchin. Der Storch aus dem Horst am Johannes-Kindergarten habe immer wieder die Eier der Artgenossen, die am Gymnasium brüten, aus dem Nest geworfen. Hier hofft Bärbel Brod auf ein Nachgelege und dass der randalierende Storch mit der Zeit weniger aggressiv ist. Der versuche offenbar mit aller Macht, sein Revier zu verteidigen.

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