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Storchenmutter frisst eigenes Küken

Es gibt Dinge in der Natur, die man normalerweise nicht zu sehen bekommt. Eine Kamera an einem Storchennest zeichnete nun aber das grausige Schicksal zweier Storchenkinder in einem Dorf bei Dargun auf.

Am Bildschirm in seinem Wohnzimmer konnte Klaus Fritsche es live beobachten: Die Störchin packte ihr Junges. Wenig später war es verschwunden.
Eckhard Kruse Am Bildschirm in seinem Wohnzimmer konnte Klaus Fritsche es live beobachten: Die Störchin packte ihr Junges. Wenig später war es verschwunden.

So etwas hat auch der örtliche Storchenbeauftragte Wolfgang Schmidt noch nicht gesehen: Da schnappt die Storchenmutter sich ein Junges. Sie verschlingt ihre eigene Brut. Zwei Tage später wird ein zweites Storchenkind an den Rand gedrängt und aus dem Nest geworfen. Passiert am Donnerstag und Sonnabend vergangener Woche.

Per HD-Kabel ins Wohnzimmer

Möglich wurden die Aufnahmen durch Klaus Fritsche aus Altkalen Ziegelei westlich von Dargun. „Ich habe eine Kamera im Nest angebaut“, erzählte er. Ein HD-Kabel führt bis in sein Haus zu einem Fernseher. Da kann er jeden Tag beobachten, was die Storchenfamilie hoch oben auf dem Pfahl auf seinem Grundstück so tut. Er sah wie das vermutlich neue Paar Ende April und Anfang Mai getrennt landete. Er beobachtete, wieviele Eier die Storchenmutter legte, wie das Paar seine Jungen großzog. Er war sozusagen jeden Tag mittendrin im Leben der Familie Adebar. Das alles zeichnete er mit einem Rekorder auf.

Und nun das! Zwei Storchenjunge tot. Ein Ei wird nicht weiter bebrütet. Nur das älteste Junge wird von dem Paar weitergefüttert, weiß Klaus Fritsche. Er nimmt die Beobachtung eher gelassen, als nicht so schönes Spiel von Mutter Natur. Für Wolfgang Schmidt sind solche Vorfälle nicht selten. Doch in der Regel könne man als Storchenbeauftragter nicht direkt sehen, wie so etwas passiert.

Ursachenforschung

Anders bei Klaus Fritsche. „Er ist der Einzige in meinem Gebiet, der so aufzeichnet“, sagte Wolfgang Schmidt. Dieses Tötungsverhalten bei Tieren nenne man Kronismus. Das Wort sei abgeleitet von dem Titanen Kronos aus der griechischen Sage, der seine eigenen Kinder verschlang.

Nahrungsmangel schließt Schmidt in diesem Jahr als Grund allerdings aus, wo es doch lange nicht so trocken sei wie im vergangenen Jahr. Die Storchenkinder könnten mit Parasiten befallen und dadurch geschwächt gewesen sein. Das würden die Elterntiere merken. Möglich sei auch, dass es sich um junge Eltern handelt, die noch keinerlei Erfahrung mit der Aufzucht von Jungen haben, erläuterte er.

Kommentare (2)

...Psychiatriefälle vorkommen?

die natuerliche Auslese noch. Hat mit Psychatrie nix zu tun....