Biber lässt Pegel steigen:

Straßenbauer kämpfen mit Wassermassen

Regen, Regen, Regen – Bäche brodeln, Flussläufe sind randvoll. Damit das nicht zur Gefahr für Autofahrer wird, fahren die Straßenwärter mittlerweile schwere Technik auf. Ein ganz besonderer Baumeister macht ihnen dabei zusätzlich das Leben schwer.

Etliche Ackerzufahrten baggert Wolfgang Zerbe von der Straßenmeisterei Teterow derzeit auf, weil der Dauerregen das Wasser in den Straßengräben bedrohlich steigen lässt.
Eberhard Rogmann Etliche Ackerzufahrten baggert Wolfgang Zerbe von der Straßenmeisterei Teterow derzeit auf, weil der Dauerregen das Wasser in den Straßengräben bedrohlich steigen lässt.

Schon von Weitem zeigen die grellen Lichtsignale der Warnleuchten, dass am Straßenrand gearbeitet wird. Wolfgang Zerbe sitzt seit Tagen im Bagger und reißt Ackerzufahrten auf. Der Grund: Davor staut sich das Wasser. Vierzehn Tage ist das neue Jahr alt und davon hat es nur an einem einzigen in der Region nicht geregnet.

Kleine Seen auf den Äckern zeigen, dass der Boden gesättigt ist und nicht mehr Wasser aufnehmen kann. In sonst kaum wahrnehmbaren Bächen schießt ein brodelnder Strom dahin, viele Gräben sind bis an die Oberkante gefüllt. Für die Gräben entlang der Straßen ist das eine Gefahr. „Von der Unterkante der Straße sollte es etwa 60 bis 70 Zentimeter bis zum Wasserspiegel sein“, sagt Frank Polland, Leiter der Straßenmeisterei in Teterow. Ist der Straßenunterbau durchweicht, kann Frost eine verheerende Wirkung gaben.

Was die Straßenmeister entwässern, staut einer wieder auf

Um das zu verhindern, müssen die Straßenwärter derzeit schweres Geschütz auffahren. Die Gräben sind weitgehend in Ordnung, aber etliche Unterführungen insbesondere an Zufahrten zu Äckern und Wiesen erweisen sich als Engpässe. „Oft sind die Durchlässe zu gering bemessen und setzen sich schnell zu. Für deren Instandhaltung sind eigentlich die Nutzer der anliegenden Flächen verantwortlich, aber da hapert es“, verrät der Straßenmeister. An der B 108 bei Hohen Demzin baggerten sie schon, an der B 110 bei Basse, aber auch an den Landesstraßen bei Altkalen und Groß Wüstenfelde. „Bis jetzt haben wir keine akute Überflutungsfahr von Straßen und wir tun alles, um einer solchen vorzubeugen“, sagt Polland.

Mit einem Widersacher, der Überflutungen ganz gezielt herbeiführt, kämpft indessen die Gemeinde Dahmen. „Am Ziddorfer Mühlenbach macht uns ein Biber zu schaffen. Der hat den Abfluss des Teiches zugestopft“, berichtet Bürgermeister Philipp Maerz. Diese Nachricht überrascht wiederum Gerd Taufmann, den Chef des Fördervereins Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See. Er schlägt sich nämlich ebenfalls mit einem Biber herum, aber der sitzt an der Westpeene.

Dieser Baumeister macht dort seinem Namen Ehre. Er hat schon etliche Stausperren angelegt. Der Fluss suchte sich mittlerweile ein neues Bett. Das bereitet Taufmann Sorgen, denn an der Westpeene wie auch am Ziddorfer Mühlenbach war viel Geld in die Renaturierung geflossen. „Hier müssen wir Prioritäten setzen und wohl eingreifen“, überlegt Taufmann. Wohl wissend, dass der Biber so leicht nicht zu überlisten sein wird.