Ungewöhnliches Angebot für Rostocks Kicker:

Taiji-Meister will Hansa trainieren

Ein Taiji-Lehrer aus Bobbin bei Gnoien ist überzeugt, Hansa Rostock dauerhaft auf die Erfolgsspur bringen zu können. Das Ziel: höhere Ligen. Der Fußballverein reagiert noch skeptisch.

Der Taiji-Lehrmeister Hans-Jürgen Steiniger will die Mannschaft von Hansa Rostock zu neuen Erfolgen führen.
Eckhard Kruse Der Taiji-Lehrmeister Hans-Jürgen Steiniger will die Mannschaft von Hansa Rostock zu neuen Erfolgen führen.

Dass Hansa-Rostock-Stürmer Marcel Ziemer wieder trifft, gleich vier Bälle in das Stuttgarter Tor ballert und die Mannschaft von der Küste doch noch gewinnen kann, damit hat wohl kaum einer gerechnet. Doch immer noch dümpelt das Team am Ende der Tabelle der dritten Liga herum. Platz 16.

Nicht einmal Hans-Jürgen Steinert aus Bobbin bei Gnoien kann das mit ansehen. Dabei ist er ist gar nicht von Kindesbeinen an Hansa-Fan. Er stammt nämlich aus Schleswig-Holstein. Und dennoch stellte er sich die Frage: Wie kann man der Mannschaft nur helfen wieder in die zweite oder gar erste Bundesliga zu kommen?

Training mit Säbel und Schwert?

Hans-Jürgen Steinert hat da eine höchst außergewöhnliche Idee. Ein Weg zu sicherem Erfolg, meint der Lehrmeister für Taiji und Qigong, der aber auch Heilpraktiker sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler ist. "Ich habe ich mich hingesetzt und ein Konzept geschrieben", erzählt er. Das habe er auch schon an den Hansa-Rostock-Vorstand Michael Dahlmann geschickt. Vor allem das Taiji-Training hat er für die Hanseaten als Erfolgsrezept auserkoren. Darin würde er die Kicker genauso wie hunderte Schüler und Taiji-Lehrer zuvor in den Übungen unterweisen.

Nun sollen die Spieler ihre Gegner nicht mit Säbel oder Schwert besiegen. Doch das Training ohne und mit den Waffen würde sich für die Spieler auszahlen, meint Steinert. "Sie haben nicht ins Verlieren investiert", sagt er. Deswegen würden sie immer wieder verlieren. Die Spieler müssten lernen, mit Rückschlägen während der Spiele umzugehen. Wenn die Moral konstant bleibe, dann kämen auch wieder die Siege.

Mehr Power für Körper und Geist

Hans-Jürgen Steiniger rät Hansa nun, das Taiji ins tägliche Training zu integrieren. Durch das Muskeltraining könnten die Spieler den anderen Kickern besser ausweichen. Ihr Durchhaltevermögen werde gestärkt, sie gewönnen mehr innere Ruhe, sie würden wendiger. Sogar das Verletzungsrisiko sinke. Als der Bobbinernun den Brief an Hansa Rostock einsteckte, war ihm klar, dass der Vorstand des Fußballklubs ihn möglicherweise für einen Spinner halten wird. Doch darauf will er es ankommen lassen.

Das Wort "Spinner" nahm Hansa-Pressesprecher Lorenz Kubitz nicht in den Mund. Aber so richtig überzeugt war er von dem Vorschlag mit dem Taiji-Training noch nicht. Hansa Rostock freue sich zwar, dass viele Menschen dem Verein helfen wollen. "Wir haben auch schon Angebote eines Voodoo-Meisters und von Mental-Trainern bekommen", sagt er. Dennoch wollte Kubitz das Taiji-Angebot nicht gleich ablehnen. Er könne aber noch nicht sagen, ob der Vorstand und Trainer darüber nachdenken werden. Vielleicht gebe es in der Winterpause Zeit.

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