Kummerower See:

Test-Urlaub offenbart viele Schwächen

Eine Schorrentiner Künstlerin startet einen neuen Versuch, die Region touristisch besser zu vermarkten: Schafft sie das Kunststück, was schon mehrfach gescheitert ist?

Gäste des Kinder- und Jugendhotels in Verchen starten an der Aalbude zu einer Paddeltour. Am Kummerower See gibt es durchaus eine ganze Reihe interessanter Angebote für Urlauber und Touristen.
Gerald Gräfe Gäste des Kinder- und Jugendhotels in Verchen starten an der Aalbude zu einer Paddeltour. Am Kummerower See gibt es durchaus eine ganze Reihe interessanter Angebote für Urlauber und Touristen.

Für ihren Sommerurlaub musste Friederike Antony in diesem Jahr nicht weit fahren. Zusammen mit ihren Kindern zog es die Schorrentinerin an den Kummerower See. Nicht allein der Erholung wegen. Friederike Antony wollte vor allem einmal selbst erleben, wie es Urlaubern an Deutschlands achtgrößtem See so ergeht. „Wir haben versucht, uns ganz unvoreingenommen zu bewegen“, erzählt sie. Ohne große Erwartungen. Denn dann sei man schließlich mit jeder Überraschung sehr zufrieden.

Entdeckt hat sie aber vor allem eine Reihe von Mängeln, die gewiss auch ganz „normalen“ Urlaubern aufgefallen wären. So finde man nur wenige Informationen, was einen denn in den Orten rund um den See so erwartet. „Aufgefallen ist mir auch, dass die Städte versuchen, die Gäste nur bei sich zu behalten, nach dem Motto: Sie sollen zu uns kommen und dann hier auch bleiben.“ Das Problem dabei: Weder Malchin, noch Neukalen oder Dargun können Urlauber oder Touristen eine ganze Woche beschäftigen. Da wäre es schon besser, wenn man auch auf andere Angebote ganz in der Nähe verweisen würde.

Was Frau Antony besonders vermisste: eine Schiffsverbindung über den See: „Ich weiß, das ist schwierig. Aber wenn wir nach Teterow gucken, die schaffen das auch.“ Das Fazit des Test-Urlaubs von Familie Antony: Das Angebot um den See ist eigentlich groß genug, um die Gegend positiv zu verkaufen. Was fehle, ist die Kommunikation zwischen den Tourismusanbietern und den Gemeinden. Nicht gerade eine neue Erkenntnis.

Und auch bei Weitem nicht der erste Versuch, die Tourismusleute rund um den See in ein Boot zu bekommen. Dennoch startet die Künstlerin aus Schorrentin jetzt einen neuen Anlauf. Am Donnerstagabend hatte sie Bürgermeister der Anrainer-Gemeinden und Leute, die mit dem Tourismus ihr Geld verdienen, in den Malchiner Rathaussaal eingeladen.

Was muss als Erstes passieren? Friederike Antony hat da klare Vorstellungen. Jemand müsste sich den Hut aufsetzen, vielleicht das Malchiner Unternehmensnetzwerk oder der Lichterfestverein, stellt sie sich vor. Und dann müsste ein Grafiker erst einmal ein Grundlayout mit Wiedererkennungswert für die ganzen Publikationen schaffen, die den Gästen den Kummerower See schmackhaft machen sollen. Die Anbieter sollten über ihre Angebote und Aktionen die Gemeinden informieren und dann stärker zusammenarbeiten.

 

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