Weihnachtsbaumfrevel geht gut aus:

Teterow bekommt eine Ersatztanne

Bleibt der halbierte Weihnachtsbaum auf dem Teterower Markt zum Fest so verschandelt wie er ist? Oder findet sich auf die Schnelle noch eine neue Tanne? Am Montag werden die Einwohner eine Überraschung erleben.

Wolfgang Richter spendet seinen Nadelbaum aus seinem Garten am Bornmühlenweg.
Eckhard Kruse Wolfgang Richter spendet seinen Nadelbaum aus seinem Garten am Bornmühlenweg.

Der Schock über den verstümmelten Weihnachtsbaum sitzt vielen Teterowern noch tief. Noch immer schütteln die Einwohner mit dem Kopf, wenn sie daran denken, wie zwei junge Männer aus der eigenen Stadt die Tanne am Freitag in zwei Teile zerlegten. Aus „jugendlichem Leichtsinn“ wie die Ermittlungen der Kripo ergaben. In den frühen Morgenstunden waren ein 20- und ein 19-Jähriger am Freitag in den Baum geklettert. Mit einer Säge halbierten sie den immergrünen Baum mit einem Fuchsschwanz (der Nordkurier berichtete).

Für den dritten Advent mussten die Einwohner nun mit einem halben Baum auskommen. Doch Adolf Schlaak, Chef der Teterower Kommunaltechnik, kann schon versprechen, dass bereits am heutigen Montag ein neuer Baum aufgestellt wird. Die Maschinen und Fahrzeuge der Teterower Firma Eggebrecht und des Jördenstorfer Unternehmens Sternberg sind schon geordert. Wahrscheinlich am Vormittag wird der neue Weihnachtsbaum unter Polizeiabsperrungen zum Marktplatz geleitet und dort die halbe Tanne ablösen, die Ende November die Familie Starbatty aus Jördenstorf gespendet hatte. „Es war der größte Baum, den wir hatten“, betont Adolf Schlag, Chef der Kommunaltechniker. Stolze 22 Meter hatte er gemessen.

„Der neue Baum ist ähnlich groß“, freut sich Adolf Schlaak. Er kommt aus dem Garten von Wolfgang Richter. Dem Teterower ist die Tanne in der Anlage am Bornmühlenweg schon lange zu groß geworden. „Sie wirft schon viel Schatten“, erzählt er. Und die unteren Äste habe er schon stutzen müssen, weil sonst einige größere Fahrzeuge den Gartenweg nicht mehr entlang fahren konnten.

„Der Baum ist bestimmt 1945 gepflanzt worden“, meint Wolfgang Richter. Er stand schon, als er den Garten übernahm. Richter hatte seinen Baum bei Adolf Schlaak beteits im Laufe des Jahres als Weihnachtsbaum für den Markt angeboten. „Doch da hatten wir schon eine Zusage gegeben“, erläutert Schlaak. Nun sei er doppelt froh, das Wolfgang Richter sich gleich an ihn gewendet hat und den Teterowern damit ein Weihnachtsfest ohne Weihnachtsbaum auf dem Markt erspart.

Der Baum muss aber auch eine neue Lichterkette bekommen. Denn die alte war beim Absturz der Spitze kaputt gegangen. Ein Großteil des Baumschmucks konnte gerettet werden. Die Teterower Touristen-Information rief indes die Einwohner auf, dem verstümmelten Baum mit eigenem Schmuck eine neue Note zu geben. Der kann aber sicher auch die neue Tanne zieren.