Neues Mittel gegen Eis und Schnee:

Teterow schlägt der Salz-Mafia ein Schnippchen

Regelmäßig reißt der Winterdienst Löcher in die Stadtkassen der Region. Je mehr Eis, desto teurer wird das Streugut. Die Teterower haben da eine Lösung, die Schule machen könnte.

Das neue Streumittel sieht nicht viel anders aus als das herkömmliche Tausalz, wirkt aber anders.
Friso Gentsch Das neue Streumittel sieht nicht viel anders aus als das herkömmliche Tausalz, wirkt aber anders.

Der Winterdienst der Stadt Teterow wird in diesem Jahr nicht nur herkömmliches Streusalz einsetzen. Adolf Schlaak, Chef der Kommunaltechnik in Teterow, hat nämlich einen neuen Stoff, aus dem die eisfreien Träume sind. Der Name des Wundermittels: Magnesia-Kainit. „Eigentlich ein Düngemittel“, erläuterte er. Das sei für den Einsatz als Streumittel zugelassen. Und Schlaak lobt dessen Eigenschaften: Mit dem Dünger dauere es zwar ein paar Stunden, bis das Eis taut. Deswegen lässt er es auch immer mit herkömmlichem Salz mischen. „Doch mit Magnesia-Kainit bleiben die Straßen deutlich länger frei“, betonte er. Diese Erfahrung habe er im vergangenen Winter gesammelt.

Weil die Straßen mit dem Dünger länger frei bleiben, müsse man nicht so oft Salz aufbringen, erläuterte er. Damit spare die Kommunaltechnik mächtig Geld. Dazu kommt, dass der Dünger ohnehin billiger sei als Kochsalz. Für die Tonne Dünger musste er 50 Euro bezahlen, bei Streusalz hatte er schon 60 Euro zu überweisen. Allerdings kostet die Tonne in der Regel 80 Euro oder mehr. Damit ist Schlaak mit seinen Dünger-Bestellungen auch ein bisschen unabhängiger gegenüber der „Salz-Mafia“. So hatte er Lieferanten bezeichnet, die im Extremwinter vor ein paar Jahren besonders hohe Salzpreise hatten. Durch den Dünger-Einsatz werde außerdem die Umwelt weniger belastet.

Gut für Stadtkasse und Bäume?

Ob der Dünger sogar positive Eigenschaften für die Alleebäume links und rechts der Straßen hat, das kann Schlaak nicht sagen. Doch vorstellbar wäre das allemal. Denn normalerweise wird das Kalisalz im Grünland- und im Feldfutterbau der Landwirte eingesetzt. Da könnte man denken, dass es vielleicht das Wachstum der Bäume anregt.

Das glaubt Ronald Normann, Chef des Straßenbauamts in Güstrow, indes nicht. „Die Straßenbäume werden dann massiv überdüngt“, schätzt er ein. Er hat auch noch nie davon gehört, dass ein Düngemittel auf den Straßen eingesetzt wird. Und sogar der Name Magnesia-Kainit sei ihm bisher nicht untergekommen. Die Straßenmeistereien seiner Behörde blieben beim üblichen Kochsalz. Daran hätten sich die Bäume schon gewöhnt, glaubt er. „Ansonsten wären viele schon längst eingegangen“, sagte er.

Rechtlich ist das Teterower Spar-Modell unproblematisch, teilte Kay-Uwe Neumann, Sprecher des Landkreis Rostock mit. „Verbotsvorschriften sind diesseits jedenfalls nicht bekannt.“Dass das Magnesia-Kainit umweltfreundlicher wäre, als Kochsalz, kann der Landkreis allerdings nicht bestätigen. „Zu dieser Möglichkeit liegen keine abschließenden wissenschaftlichen Untersuchungen vor.“

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