Um den Haushalt zu bereinigen:

Teterow spart sich die Papierkörbe

Es gibt viele, die sich als hartnäckig ignorant erweisen und ihren Abfall auf der Straße fallen lassen, wo sie gerade stehen. Da stößt die Reduzierung von Papierkörben in der Stadt auf Unverständnis.

In der Innenstadt stehen die Abfallbehälter im Abstand von knapp 50 bis 100 Metern. Hier soll das Netz nicht ausgedünnt werden.
Eberhard Rogmann In der Innenstadt stehen die Abfallbehälter im Abstand von knapp 50 bis 100 Metern. Hier soll das Netz nicht ausgedünnt werden.

Jetzt werden auch noch die letzten Papierkörbe abgebaut.“ Der Stimme des Mannes am Lesertelefon unserer Zeitung ist die Aufregung mehr als deutlich anzumerken. Er habe zuerst nicht glauben wollen, was er sah, berichtet er. „Doch ich habe die Arbeiter von den Stadtwerken gefragt. Die bestätigten, dass der Abfallbehälter hier verschwindet.“ Die Rede ist, wie sich kurz darauf zeigt, von dem Papierkorb in der v.-Moltke-Straße.

Es ist längst nicht der einzige, der dieser Tage entfernt wird. So hatte Marianne Wollert ihr Unverständnis bekundet, dass der Abfallbehälter an der Treppe zum Einkaufszentrum Fischersteig in der Freiheit abmontiert worden war. Seither liegen hier deutlich mehr Abfälle – Plastiktüten, Glasscherben, Verpackungsreste – hat sie beobachtet.

Sieben auf einen Streich

Andere Teterower befürchten eine höchst anrüchige Konsequenz. Es habe zwar lange gedauert, aber mittlerweile nimmt eine wachsende Zahl von Hundehaltern ihre Pflicht ernst und sammelt den Kot ihrer Vierbeiner beim Gassi-Gehen in der Stadt ein. Entsorgt wird die Hinterlassenschaft zumeist im nächsten Papierkorb. Wenn man allerdings einen solchen nicht mehr in der Nähe hat, bleibt der Schiet wohl wieder liegen. Denn die wenigsten würden ihn wohl länger mit sich rumtragen wollen.

Doch ganz so schlimm wird es hoffentlich nicht werden. Denn die  Befürchtung, dass alle Abfallbehälter aus dem Stadtbild verschwinden sollen, trifft nicht zu. „Sieben Stück werden ersatzlos abgenommen“, sagt Uwe Hohenegger, Leiter des städtischen Bauamtes. Dies sei eine Konsequenz von Sparmaßnahmen im Zuge der Haushaltskonsolidierung. Die Stadtvertretung hatte bereits im Vorjahr eine Reduzierung des Leistungskatalogs der Stadtwerke beschlossen. 80 000 Euro sollen auf diese Weise eingespart werden.

Unter anderem werden beispielsweise die Intervalle für bestimmte Reinigungs- und Pflegearbeiten verlängert. Ob allerdings der Abbau von sieben Papierkörben die städtische Finanzlage wirklich spürbar gesunden lässt, daran hegt auch im Rathaus so mancher seine Zweifel.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung