Stilles Engagement:

Teterower möbelt den Stadtpark auf

Es gibt sie, die guten Geister, die ohne viel Gewese zupacken. Axel Buchwald ist so einer. Man kann nicht nur meckern, hat er sich gesagt und griff zu Schraubenzieher, Hobel und Farbe. Und ärgert sich über die Ignoranz so mancher Leute.

Wie die Bänke im Stadtpark aussehen, darüber hat sich der Teterower Axel Buchwald schon lange geärgert. Jetzt packte er selber zu und hat fünf Bänke wieder auf Vordermann gebracht. Pagenkopf
Simone Pagenkopf Wie die Bänke im Stadtpark aussehen, darüber hat sich der Teterower Axel Buchwald schon lange geärgert. Jetzt packte er selber zu und hat fünf Bänke wieder auf Vordermann gebracht. Pagenkopf

„Ich glaube, das hat gar keiner gemerkt.“ Schmunzelnd macht es sich Axel Buchwald auf einer Bank im Stadtpark bequem. Streicht zufrieden über das dunkle Holz. Das hatte er gerade erst mit in seinem Laden, nutzte freie Zeit, es wieder ordentlich aufzuarbeiten. „Vorsichtshalber hatte ich aber einen Zettel angebracht“, erzählt der 55-Jährige. „Achtung, Sitzelemente nicht gestohlen, stand drauf. Ich habe die Bank morgens ab- und abends wieder angeschraubt. Da war schon alles fertig. Abgehobelt und lasiert.“ Ihn ärgert nur, dass gleich wieder darauf rumgekritzelt wird. „Aber das mach‘ ich auch wieder weg“, sagt der Teterower.

Fünf Bänke im Stadtpark hat er inzwischen wieder auf Vordermann gebracht. Ohne viel Gewese. „Du kannst nicht nur meckern, habe ich mir gesagt. Ich hatte dem Bürgermeister ja schon einige Fotos auf den Tisch geknallt und kritisiert, wie es an einigen Stellen der Stadt aussieht. Dann wollte ich aber auch einfach selbst ein kleines Zeichen setzen.“ Und so packt Axel Buchwald zu. Der 55-Jährige ist fast jeden Tag im Stadtpark. „Ist er nicht auch richtig schön geworden“, freut er sich, dass die Männer der Kommunaltechnik im Einsatz waren, wieder alles ordentlich gemäht haben. „Wenn die Natur so wuchert, wie in diesem Jahr, ist natürlich nicht immer alles gleich hinzukriegen.“

Nur dass immer wieder Papier und Glasscherben rumliegen, stört ihn noch. Aus seinem Fahrradkorb zieht er einen Greifer. Den hat er dort längst dauerplatziert. Zum Papiersammeln. „Natürlich räumt man den Dreck der anderen weg. Das ist auch nicht schön. Aber ich kann das nicht liegen sehen.“ Besser wäre es, wenn neben jeder Bank ein Papierkorb stehen würde. Ob‘s aber wirklich hilft, dass dann nicht mehr so viel Müll rumliegt, da ist sich der Teterower denn doch nicht so sicher.

Auch Bürgermeister Reinhard Dettmann ist skeptisch. Er weiß, dass Papierkörbe in der Stadt vielfach missbräuchlich genutzt werden, dass Leute hier ihren Hausmüll entsorgen, in Größenordnung. „Wir werden diesem Problem nicht Herr, wenn wir immer mehr aufstellen“, bemerkt er. Für die Entleerung der Papierkörbe habe die Stadt übrigens pauschal 70 000 Euro in ihren Haushalt eingestellt. Axel Buchwald ärgert sich über die Ignoranz mancher Leute, aufgeben ist aber nicht sein Ding. Dafür liegt ihm gerade auch der Stadtpark zu sehr am Herzen.