Tierschutz:

Tierschützer müssen bangen

Sechs Jahre nach ihrer Eröffnung steht die Katzen-Auffangstation in Neukalen vor dem Aus. Denn die meisten Kommunen verweigern die Zusammenarbeit. Ein fragwürdiger Tierhändler ist für sie billiger.

Ausgesetzte Katzen finden seit fast sechs Jahren in der Neukalener Auffangstation bei Regina Schmidt (links)vorübergehend ein neues Zuhause, doch das könnte bald vorbei sein.
T. Bengelsdorf Ausgesetzte Katzen finden seit fast sechs Jahren in der Neukalener Auffangstation bei Regina Schmidt (links)vorübergehend ein neues Zuhause, doch das könnte bald vorbei sein.

Etwas Besseres kann ausgesetzten Miezen wohl kaum passieren, als hier zu landen. Die Katzen-Auffangstation am Rande des Neukalener Ziegelei-Geländes gleicht eher einem „Katzenhotel“. Mit großem Aufwand und viel Unterstützung hatte der Tierschutzverein die Baracke umgebaut. Sechs Jahre nach der Eröffnung steht das Katzenheim jetzt aber offenbar vor dem Aus.

Der Tierschutzverein sei am Ende seiner Kräfte, sagt die Vorsitzende, Regina Schmidt. So wie es jetzt aussieht, müsse das Neukalener Katzenhaus wohl zum Ende des Jahres schließen. Aus eigener Kraft könne es der Verein nicht mehr bewirtschaften. Ob noch einmal Helfer über den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) kommen, ist mehr als fraglich. Ein-Euro-Jobber, die sonst ausgeholfen haben, seien schon lange keine mehr da gewesen. Und dem Verein selbst geht jetzt das Personal aus.

Die Unterkunft ist einfach zu teuer

So ein Katzenheim zu betreiben, bedeute viel Arbeit. Die Tiere müssen versorgt, die Räume sauber gehalten, Katzentoiletten gewechselt werden. Und das natürlich auch an Wochenenden und Feiertagen. „Wir haben gerade mal noch sieben Mitglieder im Tierschutzverein“, sagt die Vorsitzende. Mit 15 Euro Jahresbeitrag könne sich jeder ausrechnen, dass das Geld nicht reicht.

Besonders bitter für die Tierschützer: Die meisten Kommunen arbeiten lieber mit einem gewerblichen Tierhändler zusammen, der nicht gerade den besten Ruf hat. Man wisse nie so genau, wo die Tiere von hier aus eigentlich hinkommen, hatte die Landesvorsitzende des Tierschutzbundes, Kerstin Lenz, schon vor einiger Zeit eingeschätzt.

Dieser Händler ist für die Kommunen aber billiger als die Unterkunft des Tierschutzvereins. Nur die Stadt Dargun macht da eine Ausnahme und hat einen Vertrag für das Katzenheim. Zu wenig für das Überleben der Auffangstation.

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