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Tipp vom Pastor: Jetzt in Bronze investieren

Die Weihnachtspredigt in Dargun hat jetzt ungeahnte Folgen. Auf einmal spenden die Leute wie wild für neue Kirchenglocken. Ein anonymer Spender aus der Gemeinde überweist sogar 10 000 Euro.

Irgendwie muss Pastor Klaus Hasenpusch wohl beim Weihnachtsgottesdienst den richtigen Ton getroffen haben. Ausgerechnet in der wichtigsten Andacht des Jahres kam der Geistliche auch auf das liebe Geld zu sprechen: Dass es doch immer weniger wert sei. Und wer seine Euro noch richtig gut anlegen wolle, der könne das doch mit Bronze tun. Bronze - das ist das Metall, aus dem Kirchenglocken gegossen werden. Und das sich der Pastor auch für das Darguner Geläut wünscht. In der Darguner Kirche hängen nämlich immer noch die alten eisernen Notglocken aus dem Jahr 1962, die wohl irgendwann so sehr verrostet sind, dass sie auf den Boden krachen könnten. „Ich hatte nie damit gerechnet, dass wir dieses Problem nun schon in diesem Jahr los sein könnten“, berichtet Hasenpusch. Denn zwei neue Bronzeglocken kosten zusammen etwa 50 000 Euro. Von Januar bis November 2013 waren erst einmal 15 000 Euro an Spenden zusammengekommen.

Doch dann kam der Weihnachtsgottesdienst. Die Einschätzung des Pastors zur geldpolitischen Lage zeigte sofort Wirkung. In der Kollekte fand sich ein 500-Euro-Schein. Spontan legte noch jemand 1000 Euro dazu. Und dann die größte Überraschung: Ein anonymer Spender hatte gleich 10 000 Euro vorbeigebracht. „Es ist wohl jemand aus der Gemeinde, der die Gefahr verstanden hat, dass unsere alten Glocken irgendwann herunterfallen“, vermutet der Pastor.

Nach diesem Geldsegen ist die Freude groß. Hasenpusch hatte am Mittwoch bereits einen Glockenbaumeister zu Gast und dann auch sofort einen Auftrag in der Glockengießerei Karlsruhe ausgelöst. Schon im Herbst soll das neue Geläut aufgehängt werden. „Ich hätte nicht gedacht, dass das alles noch in meiner Amtszeit passiert.“

Etwas ruhiger geworden ist der Pastor dagegen bei dem Gemälde mit der biblischen Kreuzigungsszene, die Dargun eigentlich aus dem Demminer Regionalmuseum wieder haben wollte. Eine teure Restaurierung des Bildes werde sich die Kirchgemeinde wohl nicht leisten können. Da gehen erst mal die Glocken vor.