Hat der Autofahrer gelogen?:

Tödlicher Moped-Unfall lief anders ab

Warum musste eine 34-jährige Mutter auf der B 110 bei Gnoien sterben? Nach der Spurenauswertung stellt sich der Unfallhergang für die Polizei ganz anders dar, als zunächst angenommen. Ein zweiter tödlicher Crash auf demselben Abschnitt bereitet ebenfalls Probleme.

Die Rettungskräfte konnten der 34-Jährigen nicht mehr helfen. Die Simson-Fahrerin starb noch an der Unfallstelle in der Nähe von Gnoien.
Stefan Tretropp Die Rettungskräfte konnten der 34-Jährigen nicht mehr helfen. Die Simson-Fahrerin starb noch an der Unfallstelle in der Nähe von Gnoien.

Entsetzen und Sprachlosigkeit erfasste die Bewohner Groß Nieköhrs und der umliegenden Orte, als die Nachricht vom Unfalltod einer 34-jährigen Mutter die Runde machte. Die Frau war am Freitagabend auf einem Moped unterwegs, als sie auf der B  110 kurz vor dem Abzweig nach Klein Nieköhr mit einem Pkw kollidierte. Sie erlag noch am Unfallort ihren Verletzungen. Der 25-jährige Pkw-Fahrer trug leichte Verletzungen davon.

An seiner Darstellung des Unfallhergangs hat die Polizei aber mittlerweile Zweifel. Zunächst hatte es geheißen, die Frau sei auf ihrem Moped, aus einem Waldweg kommend, auf die Bundesstraße gefahren, wobei sie die Vorfahrt des dortigen Pkw missachtete. Der Fahrer des Golf – er war mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 km/h unterwegs – habe nicht mehr bremsen können und so sei es zum Zusammenstoß gekommen.

Polizei korrigierte ihre Darstellung

Nach Auswertung der Untersuchung von Experten der Dekra am Unfallort, ergibt sich aber ein anderes Bild: Die Polizei korrigierte am Dienstag die anfängliche Darstellung. Es sei davon auszugehen, dass die Frau mit dem Moped auf der Bundesstraße fuhr. Sie habe nach links abbiegen wollen, was der nachfolgende Kraftfahrer nicht bemerkte, schilderte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Güstrow den aktuellen Stand der Ermittlungen. Die Untersuchungen in diesem Fall seien allerdings noch nicht abgeschlossen.

In der Folge dieses Unfalls hatte sich noch ein zweiter ereignet. Am Ende der vor der Unfallstelle wartenden Fahrzeuge war ein Pkw Dacia auf einen haltenden Skoda geprallt. Dabei ist eine 75-jährige Fahrzeuginsassin schwer verletzt worden.

Bereits eine Woche zuvor gab es einen tödlichen Unfall

Schwierig gestalten sich indes die Ermittlungen zu einem Unfall, der sich genau eine Woche zuvor nur wenige hundert Meter weiter ereignet hatte. Dabei war der 20-jährige Fahrer eines Transporters ums Leben gekommen. Er war mit seinem Fahrzeug von der Straße abgekommen und gegen einen Baum gefahren, wobei er im Auto eingeklemmt wurde. Derzeit lasse sich nicht rekonstruieren, warum der Mann die Kontrolle über das Fahrzeug verlor, heißt es aus der Polizeiinspektion. Alkohol und Drogen wurden nicht nachgewiesen.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung