Ende für Armeesiedlung in Sicht:

Trotzen sieben Anwohner der Abrissbirne?

Nun steht es fest: Die Reuterstadt will die fast leerstehende, ehemalige Armeesiedlung in Basepohl am See kaufen und abreißen. Doch der derzeitige Verwalter hat ganz andere Pläne.

Nach Ansicht der Stavenhagener Stadtverwaltung ist die Siedlung in Basepohl am See nicht mehr zu retten.
Eckhard Kruse Nach Ansicht der Stavenhagener Stadtverwaltung ist die Siedlung in Basepohl am See nicht mehr zu retten.

Warum will sich die Reuterstadt ein komplettes Wohngebiet überhalsen? Noch dazu ein leerstehendes, das kaum mehr Einwohner hat. Diese Frage steht derzeit in Stavenhagen im Raum. Denn von den 700 Menschen die einstmals in der Armeesiedlung in Basepohl am See wohnten, sind nur noch sieben übrig geblieben. Das Ende der Siedlung ist abzusehen. Auch die Stadt Stavenhagen kann solche leerstehenden und zum Teil schon halb verfallenen Blocks nicht gebrauchen.

Doch die Reuterstadt will hier keine blühende Siedlung gestalten. In der Verwaltung weiß man lange, dass die Siedlung auf Dauer nicht zu retten ist. Mit den ungeheizten Wohnungen im vergangenen Winter, dem Ende der Abwasserentsorgung im kommenden Jahr, einer erschreckenden Infrastruktur und einem riesigen Schuldenberg auf den Häusern gibt es für die Stadt nur noch eines: den Abriss. Denn wer, wenn nicht die Kommune könnte so einen Schandfleck beseitigen.

Das könnte noch schwierig werden. Denn vor dem Abriss muss die Stadt das Areal mit acht Plattenbauten, dem ehemaligen Kindergarten, der stillgelegten Verkaufsstelle und einem großen Garagentrakt erst einmal kaufen. Schließlich ist nicht Stavenhagen, sondern eine Gläubigergemeinschaft Eigentümerin des verschuldeten Wohngebietes. Der neue, von einem Gericht eingesetzte Liquidator hegt nach Nordkurier-Informationen zudem Pläne, in Basepohl neue Mieter anzusiedeln.

Da wird die Stadt noch viel verhandeln müssen. Der Liquidator ist zu überzeugen. Die Schulden in Millionenhöhe müssen aus den Grundbüchern gestrichen werden. Erst dann ist die Reuterstadt bereit, die Wohnblöcke zu erwerben. Voraussetzung ist auch ein fairer Kaufpreis, erläuterte Bauamtsleiter David Schacht.

Die Stadt Stavenhagen hat bereits einen Förderantrag an die Landesregierung gestellt. Sie hofft, den geplanten Abriss zu 100 Prozent gefördert zu bekommen. Bis zum Kauf rechnet die Stadt damit, dass die restlichen sieben Mieter ausgezogen sind. Die Kündigung haben sie schon zur Mitte des Jahres erhalten.

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